Kerstin Hendik vom Label Monâne beim Kreativ-Event 7x7 Foto: Nina Setzler
Sieben mal sieben tolle Ideen Im Kulturzentrum Tollhaus stellen Karlsruher Kreative ihre Business-Modelle vor
17. Oktober 2018 TEXT: 0

Beim Format „7×7“ stellen sieben Kreative in je sieben Minuten ihr Business vor. Für Außenstehende ist das ebenso spannend wie für Mitglieder der Karlsruher Kreativbranche, der kleine Tollhaus-Saal war deshalb auch am vergangenen Montag wieder bis auf den letzten Platz besetzt.

7×7 startet mit weißem Gold

Zuerst verrät Porzellan-Enthusiastin Kerstin Hendik (Foto), wie sie filigrane Keramik in zarten Farben fertigt, indem sie die flüssige Gießmasse drei Monate lang jeden Tag umrührt. „Jedes Produkt wandert im Herstellungsprozess mehrmals durch meine Hände“, so die Produktdesignerin. Die Gründerin des Labels Monâne vermittelt auch gerne anderen, wie man Porzellan herstellt. Diese Workshops seien ideal für Teambuildings oder Junggesellenabschiede.

Höchste Zeit für Social Media

Die Jungs von All:Airt bewegen sich in den sozialen Medien und kennen drei Schlüssel zum Erfolg: Content, Distribution und Community. Nico Kusterer und Hermann Litau helfen ihren Kunden, auf Instagram eine Marke aufzubauen. „Entweder, man findet hier statt, oder man findet gar nicht statt! Den Unternehmen läuft die Zeit weg, wenn sie heute nicht agieren“, finden die Jungunternehmer.

Schuldienst adieu!

Weniger drastisch geht es bei Markus Kapp zu, der an Flügel und Ukulele Songs über Kindheitshelden wie Pipi Langstrumpf („hat heute ’nen Job als Waldorflehrerin“) und Pinocchio („ist mittlerweile Redakteur bei Bild“) zum Besten gibt. Mit seinem neuen Programm „Kapp der guten Hoffnung“ will sich der hauptamtliche Lehrer endgültig vom Schuldienst lösen und von der Musik leben. Schule und Musik sei eh das Gleiche, findet er: „Man steht da und macht sich zum Affen!“

Radio für alle

Thorsten Lehmann von Querfunk sitzt dagegen einfach nur am Bühnenrand und lauscht einem Werbe-Einspieler über den freien Radiosender, der mit 60 Musikshows von Jazz über Soul bis Reggae eine Alternative zum „durchformatierten Wohlfühlradio“ sein will. Hier kann sich jeder demokratisch orientierte Mensch am Mikro ausprobieren, Thorsten ist seit 1995 mit dabei und startet demnächst eine eigene Kochsendung!

Sound für Szenen

Auch Hendrik Vogel legt bei Querfunk auf, nachdem er laut Moderator Martin Wacker auch schon für „unzählige legendäre DJ-Abende in Karlsruhe“ verantwortlich ist. Eigentlich arbeitet der HfG-Absolvent als Szenograf und Sound-Designer. „Ich inszeniere zum Beispiel Filmsets, wobei Sound ein wichtiges Mittel für mich ist, um szenische Bilder zu erzeugen“, erklärt Hendrik. Auch einen Imagefilm für Karlsruhe hat er bereits vertont, gerade entsteht unter seiner Mitwirkung ein ganz besonderer Tisch, der am 9. November im ZKM vorgestellt wird.

Prototyping statt Planung

Die Firma Fjutscha stößt Wechselprozesse in Firmen an. „Durch den digitalen Wandel kommt die Methode der Planung an Grenzen und wird durch Prototyping ersetzt. Das ist schneller und wandlungsfähiger. Wir sind quasi das Fitnessstudio für den digitalen Wandel“, sagt Gründer Stefan Raab, ein promovierter Sportwissenschaftler. Als er von seinem Produkt „Change Engine“ erzählt, mit dem man Prozesse „gamifizieren“ könne, sodass sich ein „Pull statt Push“-Effekt ergebe, ploppen in manchen Gesichtern Fragezeichen auf. Nicht jeder im bunt durchmischten Publikum ist schon so tief ins Thema New Work involviert.

Leuchten, nicht Lampen

Leichter zu greifen scheint da die Lichtmarke Nyta, deren raffinierte Lampen schon wichtige Design-Preise abräumen konnten. Johannes Marmon und Co. haben nämlich einen kippbaren Lampenschirm oder eine mobile Pendelleuchte für drinnen und draußen im Angebot. Die Präsentation besticht durch lustige Produktfamilien wie „Pretty small“, „Pretty long“ und „Pretty wide“, auch Fotos von stetig wachsenden Messeständen sorgen für Ohs und Ahs. Obwohl Nyta mittlerweile sogar das Büro des australischen Premierministers einrichten, bleiben sie Karlsruhe treu. „Aber bei euch in der Sophienstraße kann man keine Lampen kaufen, gell?“, fragt Moderator Wacker wissen. Nein, nur online und bei speziellen Händlern. Übrigens: Kenner sprechen eher von Leuchten, nicht von Lampen …

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