Frank Thelen am KIT Foto: Markus Breig
Profi-Tipps für Gründer Frank Thelen spricht im Audimax über die Technologien der Zukunft
3. Oktober 2018 TEXT: 0

„Bitte pitcht uns keinen Energy-Drink“, lacht Frank Thelen im voll besetzten Audimax. „Unser Herz ist die Technologie, deshalb sind wir heute ans KIT gekommen.“ Der Höhle der Löwen-Star hat das komplette Team seiner Investment-Firma Freigeist mitgebracht und zeigt alte Bilder, als er über seinem Werdegang spricht. „Ich habe in der CD-ROM-Ära angefangen, 1997 ein E-Commerce-Shopsystem entwickelt. 1999 kam ich mit der Droge Venture Capital in Berührung“, so Thelen. Sein erster Tipp für junge Gründer: „Unterschreibt nie einen Kredit, den ihre mit normalem Gehalt nicht in drei bis vier Jahren tilgen könnt!“

Frank Thelen über seinen Werdegang 

Um die Jahrtausendwende stand er selbst mit einer Million in der Kreide – sein Router, der lokale Netzwerke mit dem Internet verkabelte, verkaufte sich einfach nicht. Thelen verhandelte damals einen Vergleich, gründete mit den Partnern Marc Sieberger und Alex Koch die Foto-Plattform Ip-labs. 2009 investierten die drei in die Digital-Flyer von Kaufda, später in Mytaxi. „Sogar im Risikokapital haben uns alle für verrückt erklärt. Aber damit muss man leben, wenn man für eine Idee brennt. Was immer ihr als Gründer tut, die Hölle wartet auf euch!“

Steiniger Weg zum Erfolg

Der richtige Mindset sei das Wichtigste beim Gründen, das ist Thelens Kernbotschaft. „Glaubt nicht nur die tollen Erfolgsgeschichten auf TechCrunch – viele haben auf dem Weg dorthin oft nicht gewusst, wie es weitergehen soll.“ In Deutschland vermisse er die richtige Geisteshaltung. Man lebe vom Bestand erfolgreicher Firmen wie BMW und Volkswagen. „Aber die deutsche Autoindustrie wird in 10 Jahren irrelevant sein, weil sich die Welt grundlegend verändert. Jetzt geht es darum, wem Künstliche Intelligenz, Blockchain, 5G oder Quantencomputer gehören werden“, meint Frank Thelen.

Deutschland muss größer denken

Aus Deutschland sei nach SAP kein bahnbrechendes Unternehmen mehr gekommen, hierzulande denke man einfach meist kleiner als in den USA. „Oliver Samwers Ansatz finde ich nicht ideal, aber er denkt groß. Das müssen wir jetzt auf die Technologie übertragen“, sagt der TV-Juror. 2015 hat Thelen mit Freigeist den „größten Scheck der Firmengeschichte“ für das Elektroflugzeug Lilium ausgestellt. Zudem ist die Firma in Neufund investiert, ein Start-up, das Kapitalbeteiligungen mit Blockchain und Smart Contracts günstiger als an der Börse handelt.

Pitch-Pokal an Ineratec

Ein Besuch des „Höhle der Löwen“-Investors wäre ohne Pitch nicht komplett, deshalb werben fünf Start-ups – drei davon aus dem KIT – mit Ideen von erschwinglicher, solarer Warmwasser-Erzeugung bis zu gesundem Menschenverstand für künstliche Intelligenz. In der Jury sitzt Thelen neben Karlsruher Köpfen wie Coach Anita Berres und Internetberater Sven Häwel, das Rennen machen die Jungs von Ineratec mit ihrer dezentralen Umwandlung von Treibhausgasen.

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