Mode-Bloggerin Kristina Kraemer auf der Hirschbrücke in Karlsruhe Foto: Nina Setzler
„Nicht schon wieder Happy Sunday!“ Bloggerin Kristina Kraemer über ihren Job zwischen Architektur, Mode und Gesundheit
5. Oktober 2018 TEXT: 0

Sie ist nach Pamela Reif die erfolgreichste Influencerin aus Karlsruhe. Über 40 000 Leute folgen Kristina Kraemer auf Instagram, zuletzt hat sie mit dem Modehaus Breuninger zusammengearbeitet. Seit vier Jahren postet die 1,76 Meter große Brünette fast täglich ein Foto von sich in einem klassisch-schicken Outfit. Die Kulisse: ausgewählte Orte in der Fächerstadt, etwa ein rosa Hibiskus am Festplatz, der Glas-Kubus des ZKM oder eine Jugendstil-Fassade in der Weststadt.

Kristina Kraemer hat mehrere Jobs

„Die Shootings gehen meist sehr schnell, hinter der Kamera steht mein Mann Thorsten. Wir laufen in der Mittagspause los oder abends, wenn die Kids auf dem Spielplatz sind“, sagt Kristina Kraemer. Die 11-jährige Tochter und der 8-jährige Sohn sind nämlich gar nicht scharf darauf, in Mamas Blog aufzutauchen. Neben Familie und Social Media wuppt Kristina ihren Job als Architektin. „Außerdem mache ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Ich habe mal Medizin studiert, bin aber als junges Mädchen in der Pathologie nicht klargekommen.“

Gesundheit ist ihr Steckenpferd

Die Begeisterung für Gesundheitsthemen hat die Wahlkarlsruherin aber nie losgelassen, das wird schnell klar, wenn sie mit Begeisterung über Themen wie Ernährung, Hormone oder Zivilisationskrankheiten spricht . „Der Autor Michael Nehls inspiriert mich sehr, er hat Bücher über die Bezwingung von Alzheimer in einem frühen Stadium geschrieben“, sagt Kristina Kraemer. Auf ihrem Blog moodforstyle.de möchte sie bald noch mehr Beiträge zu gesundem Lebensstil veröffentlichen. Artikel über Superfood oder Epigenetik stehen dort schon. 

Der klassische Typ ist gefragt

Bekannt geworden ist die 40-Jährige durch Mode-Fotos. Die erwachsene, zurückhaltende Art hebt sie von den vielen jungen Mädchen ab, die mit Kulleraugen und Schmollmund in die sozialen Medien drängen. Kristinas Typ ist gefragt, immer wieder wollen Unternehmen mit ihr kooperieren. „Produkt und Konditionen müssen aber zu mir passen. Manche Firmen verlangen alle möglichen Postings und wollen nicht einmal dafür bezahlen“, weiß sie aus Erfahrung. Bei Influecer-Portalen wie indaHash müsse man die Produkte, die man bewirbt, sogar vorher selbst im Laden kaufen und sich mit der Inszenierung bewerben.

Mode allein? Nein.

Momentan verdient Kristina Kraemer als Werbeträgerin etwa 500 Euro monatlich. Um ganz von dieser Arbeit zu leben, müsste sie ihr Engagement auf Instagram stark erhöhen, öfter Beiträge posten, mit anderen Accounts interagieren und häufiger Werbung schalten. „Dafür fehlt mir die Zeit – und ein bisschen auch die Lust. Ich finde Mode toll, aber das allein ist mir zu wenig. Wenn ich ein Bild betexte, sage ich manchmal zu meinem Mann: ‚Nicht schon wieder Happy Sunday!‘ Von Kristina wird man deshalb wohl in Zukunft eine Mischung aus Mode, Beauty und maßvoller Werbung sehen – mit etwas mehr Health.

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