Das Rote Haus in Rüppurr und der Vorstand seines Fördervereins Foto: Nina Setzler
Letzter Zeuge des Schlosses Rotes Haus in Rüppurr dank Förderverein bald wieder zu besichtigen
4. September 2018 TEXT: 0

Nach 15 Jahren dürfen wir das historische Baudenkmal in Rüppurr wieder von Innen bewundern! Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September organisiert ein neu gegründeter Förderverein im Roten Haus Führungen und Vorträge. Das Gebäude in der Rastatter Straße 17 gehörte als Meierei, also Sitz des Verwalters, zu Schloss Rüppurr. Neben der Mühle (Hausnummer 14) ist es der letzte Zeuge des früheren Schloss-Ensembles.

Ein Ort zum Wohlfühlen

„Um die Jahrtausendwende haben die Vorbesitzer das Gebäude vor dem Verfall gerettet. Heute ist es ein Therapie- und Begegnungszentrum“, erklärt Andrea Menges-Fleig. Sie praktiziert hier als Psychotherapeutin und hat das Haus vor zwei Jahren gekauft. Auf drei Etagen arbeiten weitere Therapeuten aus dem Gesundheits- und Wellness-Bereich, darunter eine beliebte Thai-Masseurin. „In diesem Haus herrscht gute Energie, es ist ein Ort für Heilung und Begegnung, hier fühlt man sich wohl“, findet die Besitzerin.

Rotes Haus liebevoll restauriert

Der große Raum im Erdgeschoss strahlt mit seinen dicken Teppichen und freiliegenden Mauern Gemütlichkeit aus. Auch die übrigen Räume wurden liebevoll restauriert, einige kann man für Veranstaltungen mieten. „Wir möchten das Haus weiter nach außen öffnen und regelmäßig Seminare, Konzerte oder Lesungen veranstalten“, sagt Kunsttherapeutin Sylvia Matheis. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des neuen Fördervereins, der sich um Erhalt und Pflege des Roten Hauses kümmert.

Aus dem 16. Jahrhundert?

Zu tun gibt es genug, der Förderverein trifft sich auch am Wochenende, um im idyllischen Garten zu werkeln. Man steht in Kontakt mit Denkmalämtern, weitere Mitstreiter zur Förderung des Bau- und Kulturdenkmals sind willkommen. Vollständig erforscht ist das Gebäude noch nicht: „Das Alter des Hauses ist zum Beispiel unklar. Schloss Rüppurr wird erstmals 1380 erwähnt, aber die Meierei wurde wohl zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gebaut“, weiß Sylvia Matheis.

Geschichte wachhalten

Eine Analyse der im Roten Haus verbauten Holzbalken könnte Klarheit schaffen. Die seien im Übrigen sehr sensibel renoviert worden, findet Architekt Hans Robert Hiegel vom Förderverein. „Als Stabilisierung durchhängender Decken hat man keine klobigen Stützen eingezogen, sondern dünne Eisenträger neben die alten Holzbalken gesetzt. So bleibt das alte Material sichtbar und hält die Geschichte wach, während das neue für Stabilität sorgt.“

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