Foto: Nina Setzler
Assoziationen unserer Lebensreise Benno Blome zeigt in der Städtischen Galerie Wandzeichnungen, Ölgemälde und Installationen
7. Februar 2018 TEXT: 0

Der Künstler Benno Blome hat seine Eindrücke der sichtbaren Welt stark abstrahiert und von seinem Skizzenbuch vielfach vergrößert auf die Wände der Städtischen Galerie übertragen. Sind es Stiere? Sind es Felsklüfte, die sich in diesen grafischen Wandmalereien erkennen lassen? Seine Schau „Stilles Land“ ist ein Künstlerraum, der aus drei Elementen besteht: Die Zeichnungen in schwärzlich-blauem Pigment bilden die Ausgangssituation, davor hängen farbige Ölgemälde, dazwischen stehen drei Installationen.
„Die Bilder erzählen mehr als die aufs Lineare reduzierten Zeichnungen“, sagt Ursula Merkel von der Städtischen Galerie. „Eine schemenhafte Gestalt, ein kniender Mann mit einem Blatt in der Hand – die Malerei kann als eine Art Kommentar der Zeichnungen gesehen werden.“ Scheinen in den abstrakten Wandzeichnungen eher Landschaften visualisiert, sind die Tafelbilder figürlicher angelegt.
„Sie zeigen Begegnungen mit Menschen, die mich inspiriert haben“, sagt Benno Blome, der mit dem Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung ausgezeichnet wurde. „Den Mann, der die Zähne zeigt, habe ich am Dresdner Hauptbahnhof getroffen, sein dominanter Eindruck ist später zu einem Bild geworden.“ Oft knien die Figuren, auch eine Gruppe schlafender Jugendlicher oder eine durch den Park wandelnde Hose sind zu entdecken. „Ich wollte unterschiedliche Arten zeigen, in der Welt zu sein – die Reise, auf der wir uns alle befinden“, verrät der Künstler.
In diesem Punkt bestehen Gemeinsamkeiten mit seinem Lehrer Franz Acker­mann, bei dem Blome an der Karlsruher Kunstakademie studierte. Dessen bedeutendstes Werk findet sich gleich nebenan. Während Ackermann jedoch mit Reisekatalogen und Palmen auf Bewegung durch die Welt anspielt, thematisiert Blome eher eine Art Lebensreise. Als installative Elemente verwendet er Fundstücke mit konkretem Zweck wie etwa einen Drahtkorb auf Rädern oder tragbare Fernseher. „Der Einkaufswagen steht für Wohlstand und Kommerz, andererseits ist er heute in der genau entgegengesetzten Bedeutung zum Symbol für Obdachlose geworden“, so Ursula Merkel.
Die erdverbundenen Menschen wirken ebenfalls wie ein Kontrast zur starken Präsenz der Vögel als Metapher für Freiheit und Ausbruch. „Ich weiß nicht, warum sie so dominant geworden sind – ich habe es einfach zugelassen“, lächelt ihr Erschaffer. Von welcher Stille und welchem Land die Werke erzählen, bleibt zum Großteil der Assoziation des Betrachters überlassen. Letztendlich könnte man sie auch auf den gesamten Ausstellungsraum beziehen.

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