Foto: Elias Siebert
Code als gemeinsame Sprache Das ZKM veranstaltet Programmier-Workshops für Schulklassen und Familien
12. April 2018 TEXT: 0

In heterogenen Lerngruppen lassen sich Inhalte besser vermitteln, weiß Thomas Schmidt von der Programmier-Schule „Code your life“. Der Informatiker und Ex-Mathe-Lehrer gibt in der ZKM-Ausstellung „Open Codes“ einen Basiskurs im Codieren für Kinder und Jugendliche: „Hier sitzen Schüler von Klasse vier bis zwölf. Sie helfen sich gegenseitig und lernen dabei schneller“, so Schmidt. Mit seiner Kollegin Jutta Schneider zeigt er beim Auftakt zum „Code Camp“ im Oktober, wie man mit der Programmiersprache Logo und einer so genannten Turtle, einer Schildkröten-Grafik, digitale Kunst programmiert.

Mathe als Teil des Lebens begreifen

„Zuerst erklären wir englischen Grundbegriffe, dann müssen entsprechende Code-Werte in Felder eingegeben werden, um der Turtle zu sagen, wohin sie wandern soll“, sagt Jutta Schneider. Die Kinder sollen auch die Richtungen ablaufen, in die sie die Schildkröte steuern, um Mathe als Teil ihres Lebens zu begreifen, statt auswendig gelernte Sachen von sich zu geben. Ein kleiner Junge läuft zum Rechner und verändert zwei Zahlen im Code so, dass die Schildkröte statt einem 8-Eck ein 36-Eck auf dem Bildschirm läuft.

Code mal ganz künstlerisch

Die Schüler, die schon mehr Ahnung vom Programmieren haben, gehen mit einem Klemmbrett durch die Ausstellung und zeichnen mit einfachen Strichen ein Objekt ihrer Wahl ab. „Es ist schwer, sich nur auf eine Linie zu fokussieren. Diese rudimentären Zeichnungen sind später der Ausgangspunkt für Programmierungen“, sagt Barbara Kiolbassa von der ZKM-Museumskommunikation. In einer gemeinsamen Abschlusspräsentation beider Gruppen soll eines der Bilder mit der entsprechend programmierten Turtle am Bildschirm nachgezeichnet werden. „So wollen wir Code einmal ganz künstlerisch verstehen“, sagt Kiolbassa, die sich beeindruckt zeigt von dem Programmier-Wissen der Schüler.

Neue Familiendynamik beim Programmieren

Beim „Code Camp“ im Herbst können Schulklassen und Familien in 90-minütigen Slots an Coding-Schnupperworkshops und einem Programmier-Parcours teilnehmen. „Beim Family Coding entsteht eine ganz neue Familiendynamik“, freut sichJanine Burger, die Leiterin der Museumskommunikation. Über das Coden finde man zusammen – sogar, wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Das soll ein interkulturelles Projekt mit der Programmier-Initiative Code Pirats aus Dänemark zeigen. „Da funktioniert dann eben der Code als gemeinsame Sprache“, so Janine Burger.

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