„Das sind keine normalen Zeiten“ In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens beginnt allmählich ein neuer Alltag
11. Mai 2020 TEXT: 0

Vor zwei Wochen durften die Läden öffnen, Friseure föhnen seit einer Woche wieder und ab heute ist auch der Besuch von Kosmetikstudios, Fahrschulen und Sportanlagen erlaubt.
Mode-Expertin Tanja Wolf (Foto) ist überrascht, wie zahlreich die Kundschaft seit seit dem Neustart in ihre Boutique Maribelle kommt: „Man spürt, dass die Leute Lust haben rauszugehen und sich etwas Neues zu kaufen – am liebsten farbenfrohe Frühlingssachen.“

Mit Mundschutz im Modeladen
Verunsichert sei kaum jemand wegen des grassierenden Virus, eher im Gegenteil. „Viele sehen das alles nicht so kritisch, wie es in den Medien dargestellt wird“, weiß die Shop-Besitzerin. Dennoch tragen natürlich alle Mundschutz und desinfizieren sich am Eingang die Hände, auf dem Boden kleben Abstandsmarkierungen.

Den engen Kontakt zu ihren Kundinnen hat Tanja während der Zwangspause via Instagram und WhatsApp gepflegt. Seither postet sie häufiger Fotos von neuen Teilen und schreibt im Unterschied zu früher gleich die Preise dazu. „Viele haben meine Nummer, ich bleibe auch länger im Laden, wenn jemand zu den Öffnungszeiten nicht kann. Jetzt hoffe ich, bald auch wieder Kaffee oder Sekt anbieten zu dürfen.“

Im New Hairstore wird jetzt mit Mundschutz frisiert

Auch in den New Hairstore kehrt das Leben trotz Hygiene-Auflagen zurück. „Es ist so schön, wieder im Salon zu sein“, freut sich Geschäftsführerin Gabriella Schmitz. „Unsere Kunden geht es genauso, wir erleben einen großen Ansturm und brauchen dringend personelle Verstärkung.“ Vielen gehe es dabei gar nicht in erster Linie um eine frische Frisur, glaubt die Friseurmeisterin.

„Die meisten sehen trotz der langen Pause nicht besonders wild aus, sie haben sich zuhause gut gestylt. Aber dieses Miteinander, das hat uns allen gefehlt!“ Jede Kundin und jeder Kunde bekommt einen eigenen Raum im Salon, um den nötigen Abstand zu gewähren. Und allzu schwierig sei es nicht, um die Mund-Nase-Schutze herum zu frisieren, versichert Gabriella.

Weniger Auslastung im Café
Craig Judkins blickt der Wiedereröffnung seines Cafés Electric Eel am Werderplatz nachdenklich entgegen. „Durch die Abstandsregeln werden wir weniger Auslastung haben und müssen unsere Außentische regelmäßig neu besetzen, um einen Minimalumsatz pro Stunde zu haben“, erklärt er auf Instagram.

In normalen Zeiten würde man im „Eel“ nie wollen, das die Gäste weiterziehen, so der Gastronom, der erstmals über Reservierungen nachdenkt. „Aber dies sind eben keine normalen Zeiten.“ Seine Mannschaft möchte Craig unbedingt auch nach der Krise weiterbeschäftigen können, denn sie mache Charakter des Cafés aus.

Stammgäste reagieren verständnisvoll auf die angekündigten Perspektiven. Eine kommentiert unter dem Social Media-Beitrag: „Ich muss seit über einem Monat ständig an eure Weinschorle denken. Wenn ich sie in 15 Minuten runtertrinken muss – gerne!“

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