Fotos: Nastassia Hornung (2), Landratsamt Karlsruhe (1), karlsruhe-erleben.de (1)
Mit AHA-Schutz kein erhöhtes Risiko Oberbürgermeister und Landrat geben ein Corona-Update für Stadt und Landkreis
7. November 2020 TEXT: 0

Die Lage ist ernst, daran lässt Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup keine Zweifel: Die Labore sind ausgebucht, das Gesundheitsamt über seiner Belastungsgrenze und Arztpraxen müssen kritisch fragen, wer überhaupt noch getestet werden kann.

Für leichtsinniges Verhalten oder Verharmlosung der Pandemie haben der OB und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel daher kein Verständnis. Die beiden appellierten am Freitag bei einer Pressekonferenz mehrfach eindringlich, sich an die AHA-Regel –Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – zu halten.

In der Karlsruher Innenstadt sind derzeit Masken angesagt!

Gastronomie und Kultureinrichtungen zu schließen, sei eine harte Maßnahme, räumt Mentrup ein. „Man kann natürlich grundsätzlich über diese Entscheidung diskutieren.“ Unbestritten sei aber, dass die Einschränkung von Begegnungen der richtige Weg ist. Die Botschaft laute: „Geben Sie auf Ihr persönliches Umfeld acht und halten Sie sich auch privat an die Regeln wie den Mundschutz. Nur so gehen Sie sicher, dass Sie sich und andere nicht gefährden.“ 

20- bis 35-Jährige häufig infiziert

Der Verzicht auf Restaurant- und Theaterbesuche reiche nicht aus, so der OB. Vor allem die 20- bis 35-Jährigen stecken sich derzeit an. Die Tatsache, dass diese Gruppe weniger häufig Symptome entwickelt, sei trügerisch. Scheinbar gesund, stecken sie Menschen in ihrem Umfeld an. Doch mittlerweile steigt auch bei den Krankenhauspatienten die Quote jüngerer Jahrgänge deutlich. Mit Blick auf die strengen Ausgangssperren in Frankreich und Österreich warnt Mentrup: „Das ist ein letzter, verzweifelter Versuch, um solche Maßnahmen herumzukommen.“

Die Bundeswehr unterstützt das Gesundheitsamt beim Nachverfolgen von Infektionsketten

Rund 6.000 Kontaktpersonen musste das Gesundheitsamt diese Woche nachverfolgen, bei 30 Prozent bleibt die Infektionsquelle unbekannt. Laut Christoph Schnaudigel im bundesweiten Vergleich noch eine gute Zahl. „Trotzdem sind es 30 Prozent zu viel“, so der Landrat.

Deshalb herrscht bei den Verwaltungschefs auch kein Grund zur Freude, dass in den vergangenen drei Tagen das Infektionsgeschehen in Karlsruhe nicht exponentiell gestiegen ist. Die Zahl der Neuinfizierten pro Tag hat sich zuletzt zwischen 200 bis 300 eingependelt.

Hilfe für Handel und Gastro

„Wenn Sie die AHA-Regeln beachten, besteht kein erhöhtes Risiko, wenn Sie in der Innenstadt einkaufen“, ruft Mentrup dazu auf, den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing und der City Initiative Karlsruhe arbeite die Stadtverwaltung derzeit daran, für Weihnachten Angebote zu entwickeln, um Gastronomie und Kulturschaffende zu unterstützen.

Das Karlsruher Stadtmarketing listet Betriebe, die einen Lieferservice nach Hause anbieten.

Gutscheine oder kleine Hofkonzerte könnten zu Alternativen für die traditionelle Weihnachtsfeier werden. Ein breites Angebot an Liefer- und Abholdiensten bietet die Aktion „Dem Corona-Virus trotzen: Gemeinsam stehen wir das durch!“, die das Stadtmarketing derzeit wieder aufleben lässt. Alle teilnehmenden Betriebe und Händler stehen auf der Website karlsruhe-erleben.de.

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