Foto: Nina Setzler
Die hübsche Kleine wird später mal riesig Im Naturkundemuseum schwebt neuerdings eine junge Fadenmakrele durchs Wasser
17. Mai 2018 TEXT: 0

Silbrig schillernd und elegant wie eine Elfe schwebt die Fadenmakrele durch die äußere Ecke des Aquariums und zieht zahlreiche transparente Fäden hinter sich durchs Wasser. „Es ist erstaunlich, wie gut sie damit umgehen kann – sie bleibt nirgendwo hängen“, sagt Alexander Mendoza, der sich im Naturkundemuseum um die Korallenfische kümmert. In den ersten Tagen als Neuzugang musste das Fischlein Mobbing-Attacken von Igelfisch Henry über sich ergehen lassen, der mehrfach versuchte, nach ihren Fäden zu schnappen. „Das hat uns überrascht, eigentlich ist gerade der Igelfisch ein freundliches Kerlchen. Aber so ein Aquarium ist ein geschlossenes System, jeder Fisch hat sein festes Revier“, erklärt Mendoza.

Ihr bester Freund ist ein Halfterfisch

Also beobachteten die Mitarbeiter engmaschig, wie sie sich der Neuling in die Salzwasser-WG einfügt. Hielt sich die Fadenmakrele anfangs noch versteckt, macht sie sich nach einer Woche sehr gut. Zu ihrem besten Freund ist offenbar ein Halfterfisch geworden, der selbst einen fahnenartigen Fortsatz an der Schwanzflosse trägt und ihr damit von allen am ähnlichsten sieht. In den nächsten Jahren wird sich das ändern, erklärt Hannes Kirchhauser, der Leiter des Vivariums. „Diese kleine, rautenförmige Fadenmakrele ist ein halbes Jahr alt. Ausgewachsen erreicht sie eine Größe von bis zu 1,50 Meter und verliert auch ihre Fäden.“

Begehrte Angler-Trophäe

Für immer wird die neue Bewohnerin, von der nicht klar ist, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist, deshalb nicht im Naturkundemuseum wohnen können. Aber bis zum Umzug wird es noch einige Jahre dauern, denn Fadenmakrelen wachsen recht langsam. Sie sind übrigens nicht mit den normalen Makrelen verwandt, die man als Speisefisch kennt. Dennoch ist auch die erwachsene Fadenmakrele, die weltweit in tropischen Meeren vorkommt, ein beliebter Fang bei vielen Sportanglern – weil sie offenbar ein starker Kämpfer ist und an der Rute gehörig Widerstand leistet, gilt sie als wertvolle Trophäe, so Biologe Kirchhauser.

Fäden schützen vor Angreifern

Dieses Schicksal droht seinem Jungfisch nicht, er wird zusammen mit den Korallen und Fisch-Kollegen im Aquarium gehegt und gepflegt und von großen und kleinen Museumsbesuchern gleichermaßen bewundert. Wozu eigentlich die vielen, langen Fäden am dünnen Fisch? „Darüber kursieren verschiedene Theorien. Die Plausibelste sagt, dass die Fäden als Nachahmung von giftigen Quallen-Tentakeln gewertet werden und somit Jungfische somit vor Angriffen schützen“, sagt Kirchhauser. Das hat nun offenbar auch Igelfisch Henry kapiert …

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