Foto: Nina Setzler
Ein Hit für Pit Die A-capella-Band Basta spielt ihr aktuelles Album schon zum zweiten Mal im Tollhaus
6. Mai 2018 TEXT: 0

Wischen, ziehen, swipen, liken – wir sind alle süchtig nach unseren mobilen Endgeräten, finden die A-capella-Sänger von Basta – und haben einen Song darüber gemacht. „Offline“ und die meisten anderen der 15 Stücke ihres Albums „Freizeichen“ singen sie auf der kleine Bühne des Tollhaus. Bereits zum zweiten Mal präsentieren sie diese Platte in Karlsruhe, der Begeisterung des Publikums tut das keinen Abbruch.

Kein Bock auf a-capella

Vom ersten Song an sind die Fans voll dabei, sogar „mitgeschleppte Männer“, die eigentlich „kein Bock auf a-capella“ haben, klatschen wohlwollend, nachdem sie extra begrüßt wurden: „Schön, dass du gekommen bist, auch wenn es gegen deinen Willen ist“. Für jedes andere Alltagsproblem haben die Barden aus Köln ebenfalls einen Song parat, seien es die Zumutungen eines kanarischen Strandurlaubs („Sodom und Gomera“), Nahrungsmittelunverträglichkeiten („Laktosetolerant“) oder aber das Älterwerden.

Lästern über Musikgeschmack

So bemerkt Neuzugang Hannes Herrmann unschuldig, er interessiere sich sehr für Geschichte, vor allem für die 70er-Jahre – und da habe er ja praktischerweise „Zeitzeugen“ in der Band. Die Moderationen zwischen den Songs sind genauso unterhaltsam wie die wachen, witzigen Lieder. Wenn der Junge nicht gerade die Reiferen foppt, lästert man über Musikgeschmack oder präsentiert sich Boyband-mäßig in ihren verschiedenen Rollen: „Werner, unser sexy Tänzer, Hannes, unser junger Charmeur, René, unser alter Charmeur …“.

Weg vom Hintergrund-Dumdumdum

Und Arndt Schmöle ist: Der Bass, wie er im Song „Ich Bass“ eindrucksvoll demonstriert und sich rührend freut, endlich mal vom Hintergrund-Dumdumdum wegzukommen. Die meisten Songs führt Tenor und Gründungsmitglied William Wahl an, doch auch die anderen stehen abwechselnd im Fokus, während der Rest Beats boxt oder Begleitstimmen singt und dabei Cha-Cha-Cha-Choreos vollführt.

Liebeslied für Normalos

Mit diesem gut eingespielten Vokalensemble fliegt die Zeit, sodass auch für ältere Stücke wie das klamaukige „Frühstück bei Stefanie“ oder „Du tropfst“ noch Platz ist. Zwar kann das Quintett auch ernst, wie es beim romantisch-balladesken „Buhne Vier“ oder „Du lernst“ beweist. Aber spätestens, wenn René Overmann seiner „Putzfrau“ ein bisschen zu viel unter die Arme greift oder Deutschlands Normalo-Männern ein Liebeslied verpasst wird („Wo bleibt der Hit für Pit?“) wird klar: Bei Basta gibt der Ulk den Ton an!

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