Fotos: Karlsruhepuls
Ein Besuch im Karlsruher Zoo wird ab Herbst teurer Gemeinderat verabschiedet Preiserhöhung und begründet dies mit der Attraktivität der Einrichtung

Giraffe, Erdmännchen und Co: Wer diese und noch viele andere Tiere im Karlsruher Zoo sehen will, muss ab dem 1. Oktober mehr dafür bezahlen. Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Eintrittspreise für den Tierpark steigen sollen. Im bundesweiten Vergleich ist die beliebte Attraktion allerdings auch danach immer noch günstig. 

Für Kinder bis sechs Jahre bleibt der Karlsruher Zoo gratis

Ein Erwachsener zahlt ab Herbst zwölf Euro (statt bisher elf Euro), für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahre werden 5,50 Euro (statt fünf Euro) fällig. Bei den Jahreskarten erhöht sich der Preis von 42 auf 44 Euro bei Erwachsenen. Für Kinder bis einschließlich fünf Jahre muss weiterhin kein Eintritt bezahlt werden – das ist in deutschen Zoos selten. 

Besuchermagneten für Groß und Klein: Die plüschige Huftier-Familie im Alpaka-Gehege

Eigentlich hätten die Preise schon zu Jahresbeginn erhöht werden sollen, wegen der Pandemie wurde das aber verschoben. Die CDU hatte beantragt, bis zum 1. Januar 2022 damit zu warten. Die Linke wollte ganz darauf verzichten.

Millionen für den Bau neuer Gehege

Die Stadtverwaltung begründet die Preissteigerung mit dem Konzept zur Haushaltsstabilisierung, das der Gemeinderat vor einigen Jahren beschlossen hatte, außerdem stehen millionenschwere Investitionen zum Bau neuer Gehege an, etwa die Erweiterung der Freianlage für Asiatische Elefanten.

Ändern wird sich auch der Umgang mit der Jahreskarte: Sie gilt künftig nicht mehr bei Sonderaktionen wie dem nächtlichen Lichterfest im Zoo. Um neue Besucherinnen und Besucher anzuziehen, soll es Rabattaktionen geben. So könnte etwa der Abendtarif in einer Aktionswoche auf den ganzen Tag ausgeweitet werden.

Der weiße Pfau schlägt sein Rad – über eine Million Menschen können das jedes Jahr sehen

In Jahren ohne Pandemie kommen knapp 1,1 Millionen Menschen in den Karlsruher Zoo. Das ist Platz 9 in der Besucherstatistik aller deutschen Zoos! Erstellt man dagegen ein „Eintrittspreis-Ranking“, findet sich Karlsruhe im bundesweiten Vergleich erst auf Platz 24. Zum Vergleich: Der Erlebnis-Zoo Hannover hat ähnliche Besucherzahlen, ist aber mit einem Eintrittspreis von 26,50 Euro für einen Erwachsenen beinahe doppelt so teuer wie der Karlsruher Zoo.

Eintrittspreise decken nur 32 Prozent der Kosten

„Wir haben einen der attraktivsten Zoos in Deutschland“, stellte Stadträtin Renate Rastätter (Grüne) fest. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren mit großem Mitteleinsatz dafür gesorgt, dass dies so bleibt, begründete sie die Zustimmung ihrer Fraktion zur Erhöhung. SPD-Kollege Michael Zeh verwies auf den Deckungsgrad von 32 Prozent, der mit den aktuellen Eintrittspreisen erreicht wird: „Die Erhöhung ist deshalb angemessen!“

Die Vergrößerung der Elefantenanlage ist eine der großen Investitionen des Zoos

Stadtrat Detlef Hofmann (CDU) stellte nicht in Abrede, dass moderate Erhöhungen grundsätzlich sein müssten. „Der Zeitpunkt ist aber der falsche“, kritisierte er mit Blick auf den Plan, die Erhöhung im Oktober vorzunehmen. 

AfD und Linke stimmten gegen die Preiserhöhung

AfD und Linke wollten derweil komplett auf eine Preisanpassung verzichten. Paul Schmidt (AfD) sagte, die Kosten des Zoos seien weitgehend unabhängig von den Besucherzahlen, und eine Erhöhung lasse diese zurückgehen. Die Linke hatte beantragt, eine „Solikarte“ einzuführen. Auf freiwilliger Basis sollten Besucher dabei einen um 50 bis 100 Prozent teureren Eintrittspreis bezahlen. Die Idee fand im Gremium allerdings keine Mehrheit.

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