Hochzeit des Figaro im Perfekt Futur Foto: Nina Setzler
Mozart-Oper im Gründer-Zentrum Das Junge Kollektiv MusikTheater präsentiert auf dem Alten Schlachthof einen ganz anderen Figaro
10. August 2018 TEXT: 0

50 Studierende und Nicht-Studierende wagen etwas ganz Neues: Eine Inszenierung der Hochzeit des Figaro. Und zwar nicht auf einer Theaterbühne, sondern zwischen alten Seefracht-Containern. „Wir freuen uns riesig, diesen wunderbaren Raum im Perfekt Futur bespielen zu dürfen. Dort heben wir die Trennung zwischen Darstellern und Publikum komplett auf“, sagt Dramaturgin Rosalie Suys, die in der Aufführung auch Fagott spielt. „Unsere Zuschauer sitzen auf drei Seiten um das Orchester herum, die Sänger bewegen sich zwischen ihnen hindurch sowie auf den umliegenden Balkonen.“

Hochzeit des Figaro ist Gründungsprojekt

Dieser Figaro ist das Gründungsprojekt des Jungen Kollektiv MusikTheater. Der Zusammenschluss aus opernbegeisterten HfM’lern verfolgt seit März die Vision, das Genre gründlich zu entstauben. „Wir haben unsere eigene Fassung gemacht, bei uns gibt es keinen Chor mehr. Auch auf die Rezitative verzichten wir, sie wurden durch Dialoge ersetzt, die unser Regisseur Fabian Grimm geschrieben hat“, erklärt Rosalie Suys. Deshalb dürfen sich Susanna, der Graf und Co. jetzt zeitgemäßes Business-Bullshit-Bingo um die Ohren hauen – von Drafts, Meetings und Slots ist da die Rede …

Gekürzte, verdichtete Fassung

Auch Nebenfiguren mussten in dieser Inszenierung weichen, um die Handlung zu entwirren und bei der Darstellung der Hauptcharaktere in die Tiefe zu gehen. So kommen die Figaro-Szenen über Liebe, Eifersucht, Intrigen und Verrat auf knackige 120 Minuten mit einer Pause in der Mitte. Auch neu: Es gibt keine strikte Trennung zwischen Musiknummern und Dialog, denn die jungen Musiker möchten zeigen, dass dieses Stück nicht nur in seiner Zeit funktioniert, sondern auch heute noch.

Aus alt wird neu

Das Kollektiv macht aus etwas Altem etwas komplett Neues. Genau das ist auch im Gründerzentrum Perfekt Futur passiert ist, einer ehemaligen Schweinemarkt-Halle. Deshalb passt das Junge Kollektiv MusikTheater so perfekt in dieses Ambiente, in dem Kreativ-Hipster in Büros aus alten Seefracht-Containern an ihren Rechnern sitzen. Premiere ist heute Abend um 19.30 Uhr, vorher gibt es eine Einführung ins Werk ab 18.45 Uhr. Weitere Termine: 11. und 12. August 2018, 19.30 Uhr im Perfekt Futur, Alter Schlachthof 39.

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