Fotos: Uli Deck
Sympathischer Räuber im Schloss Badisches Landesmuseum zeigt Mitmach-Ausstellung zu Otfried Preußlers "Hotzenplotz"
25. Oktober 2020 TEXT: 0

In nur drei Monaten schrieb Otfried Preußler seinen Räuber Hotzenplotz und war überrascht über den prompten Erfolg nach der Veröffentlichung 1962. Der tollpatschige Schurke gelangte zu Weltruhm, die Geschichte wurde in 38 Sprachen wie Koreanisch oder Africaans übersetzt. Jetzt hat das Badische Landesmuseum eine Mitmach-Ausstellung rund um den bärbeißigen Schurken eröffnet.

Der Tisch muss selbst gedeckt werden, denn die Großmutter steht noch unter Schock!

Los geht die Reise zu den Kinderbuch-Helden im Haus der Großmutter, die noch ohnmächtig vom Schrecken ist, den ihr der Räuber eingejagt hat. Danach geht es in den Wald. Mit einer selbst gebauten Goldkiste soll der bärtige Gauner aus seinem Versteck gelockt werden und überführt werden. Die Gestalter der Schau, Bernotat & Co, erhielten für ihre Kreation den German Design Award 2020.

Auf dem Polizeirevier werden Steckbriefe des Räubers angefertigt

Große und kleine Gäste tauchen direkt in die Geschichte ein, treffen Kasperl und Seppel, den Zauberer Petrosilius Zwackelmann, die verwunschene Fee Amaryllis und Wachtmeister Dimpfelmoser. Im märchenhaften Ambiente der Geschichte mit den berühmten Illustrationen von Franz J. Tripp müssen sie kniffelige Rätsel lösen, spielen und sogar zaubern, um Hotzenplotz hinter Gitter zu bringen.

Im Unkenpfuhl gilt es, die verwunschene Fee Amaryllis zu befreien

Die Welt des Räubers – der trotz seiner sieben Messer im Gürtel gar nicht so furchteinflößend wirkt, weil man ihn auch in Strümpfen und mit seinem Beruf hadernd kennt – ist für Kinder und Familien konzipiert. Sie versetzt ganze Generationen zurück in ihre Kindheit. Ein eigener Ausstellungsraum beschäftigt sich mit Otfried Preußler und dem Phänomen Hotzenplotz:

Projektleiterin Dr. Elke Kollar im Studierzimmer von Petrosilius Zwackelmann

Die raffinierte Geschichte ist damals eigentlich nur entstanden, weil der Autor sich von der langwierigen, zehnjährigen Arbeit an seinem Werk „Krabat“ ablenken wollte. Eine Fortsetzung zu ersten Teil schrieb er nur, weil Kinder aus aller Welt ihn in Briefen dazu drängten. Die schönsten Ausschnitte daraus werden in der Ausstellung ebenfalls gezeigt.

Sonderausstellung bis 25.4.2021, Schloss Karlsruhe Di–Do 9–17 Uhr, Fr–So und Feiertage 10–18 Uhr

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