Foto: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH (Mende)
Gebäude mit bewegter Geschichte Historische Details über die Karlsburg Durlach in der Führung „Von Menschen und Mauern“
25. Februar 2018 TEXT: 0

In der Dauerausstellung des Pfinzgaumuseums erzählt Gabriele Rillig von der bewegten Geschichte der Karlsburg: „Als Markgraf Karl II in Durlach ein Schloss bauen wollte, waren die Menschen nicht begeistert. Sie mussten ohnehin schon ihre Fuhrwerke zur Verfügung stellen und hinterher aufräumen, wenn er aus Pforzheim für eine Jagdgesellschaft hierher kam. Dafür wurden sie nicht einmal bezahlt“, so die Kunsthistorikerin. Vor diesem Hintergrund wird klar, was auf dem Gemälde von Karl Roux nicht stimmt: Der Fürst übergibt seinen Untertanen dort Geld. In Wahrheit arbeiteten sie jedoch gratis für ihn, als Gegenleistung durften sie die Ländereien bewirtschaften.

Karlsburg Durlach war früher Gästehaus

Als 1563 der Bau der Karlsburg begann, mussten dafür 40 Gebäude abgerissen werden. „Die Häuser wurden den Besitzern aber bezahlt“, sagt Gabriele Rillig. An architektonischen Modellen und alten Zeichnungen erklärt die Expertin, wie die royale Anlage im Zentrum von Durlach aussah, als sie neu errichtet war. Vom ursprünglichen Ensemble ist heute nur noch der Prinzessinnenbau am südlichen Ende erhalten. Er war früher ein Torgebäude, was die Längsschlitzen verraten, an denen einst eine Zugbrücke befestigt war. Die Brücke liegt angeblich sogar noch unter der Erde.

Schlossterrasse lag an der Bushaltestelle

Die heutige Karlsburg wurde erst im 18. Jahrhundert errichtet, damals wohnte dort nicht die Fürstenfamilie, sondern deren Gäste, Beamte oder Angestellte. Dahinter existierte ein identischer Bau für Dienerschaft, Küchengebäude und Wäscherei.  An der heutigen Haltestelle Durlach Schlossplatz befanden sich früher ein Jungferngarten für die Töchter des Fürsten sowie der Altan, eine Art Schloss-Terrasse. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden die Karlsburg und große Teile Durlachs 1689 zerstört und anschließenden wieder neu aufgebaut.

Dachboden aus dem 17. Jahrhundert

Die historische Tour führt uns auch auf den Dachboden des Museums. Dort ist es im Winter bitterkalt, weil der Blick zum barocken Dachstuhl mit Original-Balken aus dem Jahr 1700 bewusst offen gehalten wurde. Nach einem Gang um die Fassade des Prinzessinnenbaus erkennen wir auch, dass die Fensterbretter nur aufgemalt sind. Am Ende steht noch eine Stippvisite zu den Nachbargebäuden an, denn dort finden sich Mauerreste der Karlsburg und der Treppenaufgang zum Altan.

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