Foto: Jürgen Schurr
Mit Handtasche am Trapez Volles Tollhaus bei der Akrobatik-Gala „Vivarium Artisticum“
7. April 2018 TEXT: 0

Beim öffentlichen Teil des Karlsruher Akrobatik-Festivals trafen sich am Freitagabend Freizeit- und Sport-Akrobaten bei einer gleichzeitig atemberaubenden und witzigen Show im ausverkauften Tollhaus. Einige haben die Familie mitgebracht, denn auch hörbar viele Kleinkinder freuen sich über die Hüpf-Action der Rope-Skipperinnen des TV Herxheim, die mit einem Touch von Funkenmariechen durch ihre Seile springen. Verheddert sich eine, wird flugs ein elegantes Rad hinaus geschlagen und die Situation ist gegessen.

Auch bei Sergej Bohlenders Keulen-Jonglage darf mal was danebengehen, das Publikum hat Spaß an den eingespielten Meditationsmonologen, denn nicht akrobatische Perfektion, sondern originelle Inszenierung ist das Ziel des Abends.  Für Lachsalven sorgt Jan Dages vom Circus Lucem in seiner skurrilen Poi-Nummer, die ihn als skurrile Raupe kriechend, dann als bunten Schmetterling, der zu Alpenjodlern und dramatischer Panflöte Handstände vollführt …

Anziehungs- und Abstoßungseffekte einer Love-Story übersetzen Kerstin Oschabnig und Uwe Sattelkow zum verträumten Song „Pretty Face“ von Sóley in beeindruckende Hebe- und Schwebefiguren, für die sie nur zwei Stühle und ihre Körper brauchen. Clownesk wird es bei Karlotta Nübold, die mit Topf-Hut, Handtasche und Stöckelschuhen ein Trapez erklimmt und versucht, trotz unzweckmäßiger Garderobe bella figura zu machen.

Wie auf einem Deichkind-Konzert stampft Jonas Kerner im Schwarzlicht-Anzug breitbeinig zu Industrial-Beats und hantiert dabei ein LED-Diabolo, Mareike und Moritz von Luftartistik Heidelberg erwecken als Trapez-Duo die 50er-zum leben und zeigen Körperspannung zum neidisch werden. Die Show mit Artisten aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern besticht durch seine große künstlerische Vielfalt, Humor und Dynamik bringen die Zuschauer abwechselnd zum Lachen und zum Staunen.

Die schrulligen Schweizer Baptiste Raffanel und Ursina Kappenberger bauen in ihre Partnerakrobatik Klarinette, Ukulele und Violine ein und schaffen es tatsächlich, darauf zu musizieren, während sie sich ineinander verknoten. Charmant auch die Mischung aus Witz und Ästhetik von Kira Paas und Anders Jensen am Mast oder das muskelbepackte Duo Ingrávido mit seiner Kraftakrobatik im Baustellenambiente (Soundtrack: „It’s a mans world“).

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