Das Moninger-Haus am Europaplatz Foto: Nina Setzler
Historisches Moninger-Haus erwacht zum Leben Eine neue Stadtführung erkundet die Spuren der Nibelungen-Sage in Karlsruhe
28. März 2018 TEXT: 0

Der Ring des Nibelungen spiele derzeit nicht nur am Badischen Staatstheater, sondern tagtäglich auch hier am Europaplatz, sagt Renate Straub von Stattreisen. Die neue Führung des Veranstalters startet vor dem Moninger-Haus, am Beginn der Fußgängerzone. „Hier befand sich einst der Hauptausschank der Brauerei. Dieses Haus wurde prächtig verziert, um Einheimische und Touristen anzulocken und für das Bier zu werben“, erklärt die Stadtführerin.

Wagners Ring in der Fußgängerzone

Auf der Fassade des 1901 errichteten Altbaus ist fast der gesamte Wagnersche Opernzyklus abgebildet. Die Seite zur Karlstraße zeigt Erdas Töchter, die den Schicksalsfaden der Menschen spinnen. „Sie sehen rechts, dass die Älteste mit einer Schere den Lauf des Lebens kappt“, erklärt Straub. An diesem historischen Gemäuer sind wohl viele Karlsruher schon achtlos vorbei gelaufen, ohne den Blick zu heben und die Figuren zu entdecken.

Der Krieg hat einiges zerstört

Während der fachkundigen Beschreibungen der Touristikerin erwacht die Fassade zum Leben. „Das Eichhörnchen flitzt am Lebensbaum rauf und runter und schürt Streit zwischen den Nornen und dem Drachen. Der sitzt hier drüben und nagt immer wieder den Baum an.“ Göttervater Wotan, der früher neben seinen Walküren auf einem Fenstergiebel angebracht war, ist dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen. 

Alberich klettert am Moninger-Haus

Die Teilnehmer der Tour dürfen kurze Statements von Siegfried, Brünnhilde oder Alberich vorlesen und das „Rheingold“ – goldfarbener Kies in einem Gläschen – wechselt mehrfach den Besitzer: Alberich schmiedet sich daraus einen Ring und klettert mit ihm am Moninger-Haus hinauf. Auf der anderen Seite des Eck-Gebäudes sind die Riesen Fafner und Fasolt, die Erbauer der Götterburgzu sehen. Das Brünnhilde-Relief zwischen erkennt man nur undeutlich.

Karlsruhe galt als Klein-Bayreuth

„Als dieses Gebäude entstand, galt Karlsruhe als Klein-Bayreuth. Die Wagner-Opern waren hier gut bekannt und wurden oft aufgeführt“, weiß Expertin Straub. Mit ihrer Themenführung macht sie später auch noch am Schloss halt, wo in früherer Zeit das Hof-Theater stand. Hier wurden einige Wagner-Opern erstaufgeführt. Zum Schluß führt der Rundgang noch am Siegfried-Brunnen und in die Kunsthalle vorbei. 

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