Foto: Adrian Müller / Jobsaround.tv
„Nicht so viel denken, einfach tun!“ Schüler lernen Startup-Methoden und kreieren eigene Produkte beim Future Entrepreneurs Wochenende
12. März 2018 TEXT: 0

Immer wieder höre er von Firmen, man müsse Mitarbeiter früher mit Methoden der Startup-Welt vertraut machen, erzählt Moderator Roger Zimmerman. „Design Thinking, Lean Startup oder Business Model Canvas helfen, Probleme bei der Produktentwicklung zu erkennen und zu lösen – ohne jahrelange Planung.“ Deshalb gründete Zimmerman mit dem Stuttgarter Startup-Experten Michael Aechtler das Future Entrepreneurs Wochenende für Kinder, das mit 75 Kindern gerade in Karlsruhe Premiere hatte.

Startup-Methoden nützen auch Angestellten

Die jungen Teilnehmer können mit oder ohne Geschäftsidee teilnehmen und werden von Profis aus der Startup-Szene gecoacht. „Unsere Mentoren haben ihnen die Startup-Methoden anhand von Projektbeispielen beigebracht. Nach dem Motto ‚Nicht so viel denken, einfach tun!‘“, erklärt Roger Zimmerman. Der Sinn dahinter sei keineswegs, die Jungen und Mädchen zum Gründen eine Firma zu bewegen, so Zimmerman. Startup-Methoden zu kennen könne vielmehr auch für (spätere) Arbeitnehmer nützlich sein.

Probleme der Zukunft lösen

„Man lernt dadurch, kreativ zu denken und Probleme zu lösen. Übrigens auch Probleme, die wir jetzt noch gar nicht kennen, denn 50 Prozent aller Jobs werden durch Digitalisierung wohl künftig  wegfallen“, gibt Roger Zimmerman zu bedenken. Zum Abschluss des dreitägigen Workshops präsentieren die Schüler im Lichthof der Badischen Versicherungen ihre 13 Projekte vor, an denen sie drei Tage lang gearbeitet haben:

Jury um DM-Geschäftsführer

Die Jungs hinter „Wheel-e“ bieten Elektro-Longboards zum Ausleihen an, während die App „ParKing“ den Verkehr in der Innenstadt reduzieren möchte. „My dream gardens“ ist ein Tool für Architekten und Landschaftsgärtner, um Pflanzen und Bauwerke zu kalkulieren. „Nach unserer Umfrage würden über 80 Prozent diese App auch privat nutzen und 22 Euro dafür bezahlen“, erklärt ein Junge begeistert. Unter den klatschenden Zuschauern sitzen nicht nur stolze Eltern, sondern auch eine Jury um DM-Geschäftsführer Erich Harsch, die am Ende drei Gewinner kürt. Kein leichter Job, denn alle Ideen überzeugen.

Von Nagellack-Stift bis Pflege-Uhr

„Notefinity“ will mit ergonomischen, individualisierten Laptops das Eis zwischen Senioren und Computern brechen. „Timeless“ hat eine fair hergestellte Uhr mit integrierter Stromerzeugung im Angebot und „Meet & Read“ könnte mit einer Lese-Community Nichtleser zu Lesern machen. Vor dem Hintergrund von 20 Prozent Analphabeten weltweit erhält diese Gruppe den Sonderpreis für Soziales, die Hauptpreise gehen an eine Pflege-Uhr namens „CareOne“, an eine App, die Schulhefte abschafft („School Tab“) sowie an „Naily“, den Öko-Nagellack in Stift-Form.

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