Fotos: Linda Calmbach
„Casting-Shows? Das bin ich nicht.“ Musikerin Sabrina D’Andrea geht ihren eigenen Weg zum Erfolg

Am Freitag, den 25. September, veröffentlicht sie online ihre neue Single – eine Akustik-Version des Songs Gib mir mehr. Produziert in Karlsruhe, das Video im Kulturzentrum Tempel in Mühlburg gedreht. Dort kann man Sabrina D’Andrea am 16. Oktober bei einem kleinen Konzert auch live erleben.

Renommierte Musical-Schule

Musik macht die Karlsruherin, seit sie denken kann. Als kleines Mädchen eiferte sie ihren Idolen Whitney Houston und Mariah Carey nach, mit elf versuchte sie sich am Schlagzeug und als Teenie sang sie im Chor des Karlsruher Helmholtz-Gymnasiums. Weil Musik schon damals ihr Leben war, schmiss Sabrina in der elften Klasse die Schule, um mit zarten 17 Jahren nach Hamburg zu ziehen und die renommierte Stage School zu besuchen.

Im Oktober ist Sabrina live im Tempel zu erleben – ohne Band, nur mit Keyboard und Gitarre

„Ich bin meiner Mutter so dankbar, dass sie diese Entscheidung damals mitgetragen hat. Obwohl sie gar nichts mit Musik am Hut hat, wusste sie, dass das mein Weg ist. Sie sagte: ‚Du ist ohnehin öfter im Theater als in der Schule. Dann mach‘ es richtig!’“, erinnert sich die Musikerin, die heute in Ettlingen lebt. Der Erfolg gab ihr Recht: Nach drei Jahren schloss Sabrina ihre Gesangs- und Schauspielausbildung erfolgreich ab – und kann seither von ihrer Kunst leben.

Zurück in die Heimat

Auch deshalb, weil sie vielseitig aufgestellt ist: Angefangen hat sie als Musicaldarstellerin, ging mit einer Produktion von „Die Schöne und das Biest“ auf Tour. Es folgte ein Engagement im Europapark und vor vier Jahren dann die Rückkehr in ihre alte Heimat. „Ich habe gemerkt, dass mir der Schwarzwald und meine Familie fehlen, mittlerweile ist Karlsruhe meine feste Basis und ich habe auch meine Liebe zum Schlosspark neu entdeckt“, sagt die Sängerin, die seit ihrer Hochzeit im vergangenen Jahr auch privat angekommen ist.

Ganz im Stil großer Diven macht sie aus ihrem wahren Alter ein Geheimnis („Irgendwo Mitte 20. Damit liegt man nicht falsch“), jetzt will sie als Solosängerin mit Gitarre und eigenen Liedern durchstarten. Bisher ohne professionelles Management oder Plattenfirma, kümmert sie sich selbst um alles, was zu einer Musik-Karriere gehört: Video, Social Media, Werbung, Booking, Studioarbeit. „Einerseits ist es schön, alles selbst in der Hand zu haben. Aber ich bin auch sehr perfektionistisch und es fällt mir am allerschwersten, mich selbst zufriedenzustellen.“

Deutschpop mit Seele

Ihre Musik bezeichnet Sabrina D’Andrea als „Herzpop mit Sound und Seele“. Musik müsse Power haben, schön fett und stark klingen, aber eben auch zu ihr selbst passen. Sie träumt von einem Auftritt auf der Hauptbühne beim Karlsruher Fest – oder zunächst auch gerne als Support-Act („Silbermond wäre der Hammer. Oder Lady Gaga!“). Weil sie sich auf dem Weg zum Erfolg nicht verlieren will, nimmt Sabrina aber nicht jede Chance wahr. Casting-Shows etwa findet sie nicht so prickelnd, obwohl Talent-Scouts schon deswegen angefragt haben. „Das bin ich nicht. Ich muss meinen eigenen Weg finden, auch wenn ich manchmal denke, dass alles schneller gehen müsste und mich frage, warum ich oft mehr kämpfen muss als andere.“

Sie geht im Musik-Business ihren eigenen Weg und lässt sich von Schwierigkeiten nicht beirren

Das klingt reflektiert und fast ein wenig melancholisch, aber unterkriegen lässt sich Sabrina D’Andrea nicht. Auch nicht von Corona und den damit verbundenen Schwierigkeiten für Künstler. Die Zeit am Anfang des Lockdown sei schwer gewesen, sagt sie. Ihre Arbeit als Vocal-Coach konnte sie nicht mehr ausüben, Auftritte wurden abgesagt. Mit Online-Konzerten wurde Sabrina nie richtig warm: „Da sitzt du in deinem Zimmer, machst Musik und Leute applaudieren mit Emojis – das fand ich komisch.“

Facettenreiche Künstlerin

Dank ihrer Vielseitigkeit ist die ausgebildete Bühnen-Darstellerin vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. „Seit einiger Zeit bin ich auch als Synchronsprecherin tätig, das hat mir sehr geholfen. Jetzt gerade komme ich auch wieder aus dem Studio, habe für einen Horrorfilm eingesprochen. Außerdem werde ich häufig für Hochzeiten gebucht und die können ja nun wieder stattfinden“, berichtet Sabrina und zeigt dabei eine weitere ihrer zahlreichen Facetten: Die Deutschpop-Sängerin und Horror-Synchronstimme arbeitet auch als Trau-Rednerin!

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