Foto: Nina Setzler
Smoker-Steaks und frittierte Süßigkeiten Mit internationalen Speisen lockt das Street-Food-Festival die Massen
8. April 2018 TEXT: 0

„Ich stelle mich einfach an den Stand mit der kürzesten Schlange!“, denkt sich manch eine Besucherin mit einer Mischung aus Faszination und Resignation nach dem ersten Rundgang über das Street-Food-Festival. Die Düfte exotischer Speisen aus aller Welt lockenam Samstag und Sonntag mehrere Tausend Menschen auf den Festplatz.

Lammcurry, orientalische Teigtaschen mit Joghurt- und Tomatensoße oder vietnamesische Sommerrollen mit Reisnudeln und frischen Kräutern – sowohl für Vegetarier und Veganer wie auch für Fleischgenießer bieten die Straßenküchen exotische Neuentdeckungen. „Wir wollten Burger essen, sind aber in der falschen Schlange gelandet und haben jetzt die koreanische Barbecue-Bowl“, erklären Isi und Annalena aus Karlsruhe.

Das gegrillte Sojafleisch mit eingelegtem Winterrettich, Reis und Salat schmecke ganz gut, geben die beiden Studentinnen Auskunft. Auf Wunsch gibt es auch Kimchi dazu, die fermentierten Kohlblätter der traditionellen koreanischen Küche, die man am „Kimchi-Taster“ vorab probieren kann. Großer Andrang herrscht am Smoker-Grill, der den Platz mit Röstaroma und weißen Rauchschwaden einnebelt.

Die langen Schlangen auf dem Street-Food-Festival sind der frischen Zubereitung der Speisen geschuldet, bei „Los Carnales“ wird jeder Taco einzeln ausgebacken und je nach Wunsch mit Hackfleisch, Käse und Co. befüllt. An der „Futo-Buri“-Theke rollen zwei Köche individuell Mangos, Pilze, Ingwer oder Avocado in die Sushi-Wraps. Kulinarische Hochgenüsse darf man von den unter Hochdruck zubereiteten Speisen nicht erwarten. So sind die Sommerrollen zu locker verarbeitet und die dazu gereichte Creme erinnert verdächtig an Erdnussbutter …

Doch hier geht es um ein erstes Kennenlernen – sei es bunte Speisen aus aller Welt, zu denen auch Dessert-Kreationen wie frittierte Süßigkeiten oder Marshmallows mit Eis-Kern gehören, oder die schwedischen Nachbarn auf der Sitzbank, die sich nach dem Essen stilecht Snus unter die Oberlippe schieben. Ob sie auch skandinavische Zimtschnecken aus der Genussmanufaktur „Kikilento“ mit Salzkaramell- oder Erdbeer-Sahnesoße gegessen haben?

Man kann sie nicht mehr fragen, ihre Plätze werden von Cleo und Bruno übernommen. „Wir sind spontan zum Essen hierher gekommen und haben uns für jamaikanischen Veggie-Pfanne entschieden“, sagt der gebürtige Brasilianer Bruno, der seit acht Jahren in Karlsruhe lebt. Seine Freundin kommt aus Stuttgart, wo jedes Jahr das Festival der Kulturen stattfindet: „Dort kann man nicht nur internationale Küche probieren, sondern auch verschiedene Bands hören und tanzen – das würde hier auch gut passen!“

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