Im MevlAna kocht zwar die Mama – das Konzept dahinter ist aber alles andere als traditionell. Rose Telli-Kunkat und ihr Sohn Korhan Cigdem servieren in ihrem Restaurant osmanische Küche nach türkisch-armenischen Familienrezepten, denken die Gerichte dabei aber konsequent neu. Über Generationen weitergegebene Rezepturen wurden von ihnen ernährungswissenschaftlich weiterentwickelt und an moderne, bewusste Ernährung angepasst.

Gekocht wird vegetarisch, vieles auf Wunsch auch vegan – mit Zutaten wie Hanfsamen, Dinkel oder Buchweizen. Gesundheit, Wohlbefinden und bewusster Genuss stehen im Mittelpunkt. Deshalb stammen alle Zutaten aus regionalem Anbau, sind frisch und haben Bioqualität.
Traditionelle Gerichte, neu gedacht
Die Karte im MevlAna interpretiert bekannte Klassiker auf ungewöhnliche Weise neu. Küfte gibt es hier nicht aus Fleisch, sondern aus Buchweizen mit Dinkel-Yufka. Auch die Manti unterscheiden sich deutlich vom Original: Statt Weizen und Hackfleisch setzt die Küche auf Dinkelmehl und eine Pilzfüllung, serviert mit Tomatenmark und geschmolzener Butter als Topping.

Dazu kommen Buchweizen- und Linsensuppen sowie eine auffallend große Dessertauswahl – von Hanfbällchen bis Krokant. „Osmanische Note, traditionell türkisch im Geschmack – aber mit völlig neu gedachten Rohstoffen, die einfach gesünder sind“, erklärt Korhan Cigdem.
Fermentieren statt Fast Food
Und die Ideen gehen weiter. Aktuell arbeitet Korhan Cigdem an eigenen Rezepturen für fermentierte Gemüsekombinationen: etwa Kimchi aus Blumenkohl mit Curry und Kardamom, Karotte mit Chili oder fermentiertem Spargel. Die Kreationen sollen später als Beilage oder zum Mitnehmen angeboten werden.

Bereits jetzt auf der Karte steht Şalgam – ein fermentiertes Gemüsegetränk aus lila Rüben, roter Bete und Chili, das in der Türkei als belebender Klassiker gilt. Demnächst soll außerdem eine hausgemachte Bio-Limonade aus fermentierten Zitronen dazukommen.
Wie aus einem Hanfladen ein Restaurant wurde
Die Idee für MevlAna entstand ursprünglich aus „Hanf im Glück“, einem Bio-Hanfladen, in dem Lebensmittel aus Hanf, Tees und CBD-Öle verkauft wurden. Im Kaukasus gehörte Hanf lange selbstverständlich zur Ernährung, geriet mit der Zeit aber in Vergessenheit.

Als das Geschäft während der Pandemie nicht mehr weiterlaufen konnte, stand für Rose Telli-Kunkat fest: Aufgeben ist keine Option. Stattdessen entstand die Idee, selbst zu kochen – und Hanf als wertvolle Zutat zurück in die Küche zu holen. Gemeinsam mit weiteren natürlichen und nährstoffreichen Zutaten entwickelten Mutter und Sohn Gerichte, die an die Küche ihrer Vorfahren erinnern und gleichzeitig modern, gesundheitsbewusst und zeitgemäß gedacht sind.
📍 MevlAna Ottoman Cuisine, Amalienstraße 81, 76133 Karlsruhe
🕞 Di–So 12–20 Uhr