Der Onlineshop Trikotparadies Karlsruhe, der weit über die Sammlerszene hinaus bekannt ist, hat in der Karlstraße nahe dem Albtalbahnhof einen Showroom eröffnet. Dort dürfen Liebhaber kultiger Fußballtextilien jetzt jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr in einer exklusiven Auswahl stöbern. Rund 800 Trikots suchen im Ladengeschäft neue Besitzer, viele weitere warten im Online-Shop darauf, entdeckt zu werden. „Über 3.000 Exemplare haben wir mittlerweile online im Angebot“, sagt Brian Graehl, Gründer und Inhaber von Trikotparadies.

Zur offiziellen Eröffnung am 23. Oktober 2026 reichte die Schlange bis auf die Straße. Das zeigt, wie stark die Szene hierzulande in den vergangenen zehn Jahren gewachsen ist. Im Showroom – zwei Räume und ein Lager – hängen die Trikots dicht an dicht an Stangen und Wänden.
Bundesliga-Klassiker und internationale Raritäten
Am besten laufen Bundesliga-Trikots aus den Neunzigern. Daneben gibt es eine internationale Auswahl, etwa aus Spanien, Italien oder Südamerika.

Wenig überraschend gehen die KSC-Trikots der Neunziger bisher am häufigsten über die Ladentheke. Die international erfolgreichste Zeit des Sportclubs ist fest im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert. Große Namen des europäischen Vereinsfußballs mussten damals im Wildparkstadion Federn lassen, darunter der AS Rom und der FC Valencia. Der rot-weiße Schriftzug der Allgäuer Molkerei Ehrmann zierte ab 1991 die Brust von Spielern wie Edgar Schmitt, Thomas Häßler und Oliver Kahn. Noch heute bringt er die Augen vieler Anhänger zum Funkeln.
Vom KSC-Torwart zum Trikothändler
Wie es ist, für den KSC auf dem Platz zu stehen, weiß Brian Graehl aus eigener Erfahrung. In der Spielzeit 2021/22 stand der 1,93 Meter große Hüne für die U17 der Karlsruher zwischen den Pfosten. Inzwischen hütet der 21-Jährige das Tor des SV Spielberg in der Verbandsliga Baden. Für den Ankauf der Trikots geht er auf Plattformen wie Kleinanzeigen oder Vinted auf die Suche. Viele Sammler aus ganz Deutschland, die ihre Trikots loswerden wollen, melden sich aber auch direkt bei ihm.

Echt oder Fälschung? Das Gespür des Inhabers
Weil Vintage-Trikots so beliebt sind, ziehen sie auch Fälscher an. Deshalb prüft Brian jedes Angebot sorgfältig auf Echtheit, besonders bei signierten Exemplaren. „Wenn ein Merkmal nicht stimmt, wird man stutzig und forscht noch genauer nach, ob es wirklich ein Original ist“, erzählt er. Passen Ausstatter und Sponsor zur Spielzeit? Stimmen Spielernummer und -name überein? „Mit der Zeit, wenn man viele Trikots in den Händen hatte, kriegt man ein Gespür dafür.“ Im Showroom liegen zudem zahlreiche signierte Autogrammkarten aus oder hängen an den Wänden. Sie dienen aber nur als Deko und sind nicht verkäuflich.

Wenn Brian Graehl sein Studium bald beendet hat, möchte er sich ganz auf Shop und Showroom konzentrieren. Sein persönlicher Favorit hängt übrigens nicht im Regal, sondern ist ein Stück Vereinsgeschichte: das gelb-rote Ausweichtrikot des KSC aus der Saison 1996/97.
📍 Karlstraße 162, 76135 Karlsruhe
🕞 Freitag, 15–18 Uhr