Fotos: Elisa Walker
Flexible Möbel „made in Karlsruhe“ Alexander Zobel und Florian Müller sind die Schöpfer der hölzernen „Kubikus“-Systems
9. Juni 2020 TEXT: 0

Dass in Karlsruhe häufig ausrangierte Regale auf der Straße stehen, gefiel den beiden gar nicht. „Oft passen Möbel nur in die eine Wohnung, aber beim Umzug nicht in die neue. So haben wir festgestellt, dass es einen Bedarf an Möbeln gibt, die sich individuell anpassen lassen“, sagen Alexander Zobel (Foto links) und Florian Müller vom Start-up Karlsholz.

Als Lösung schufen sie 2017 den Prototypen ihres modularen Möbelsystems Kubikus. Florian zeigt auf den dunklen Kubus aus Grobspanplatten, der heute als Pflanzenbank dient. Durch die farblich abgehobene Rückwand hat der Design-Entwurf bereits Ähnlichkeit mit den weiß-azurblauen Kubikus-Quadern, die das Regal in Alexanders Wohnzimmer bilden.

Möbel ohne Werkzeug aufbauen

Das Möbel lässt sich ohne Werkzeug und Anleitung schnell auf- und umbauen, mitnehmen und um andere Module erweitern, wie die Label-Gründer spontan demonstrieren: Einfach ein paar Metallstifte in die vorgefertigten Löcher schieben, Module darauf stecken und schon wird aus dem Beistelltisch ein Bücher- und Schallplattenregal!

Einfach auf- und umbauen: Das Möbelsystem Kubikus folgt einem Baukastenprinzip

„In der jetzigen Form gibt es Kubikus seit vergangenen Sommer. Es war ein langer Prozess, bis wir mit Qualität und Funktion endlich zufrieden waren“, erklärt Alexander stolz. Der studierte Bauingenieur (Schwerpunkt: Werkstoff Holz) arbeitet in einer 80-Prozent-Stelle als Leiter des Karlsruher Kletterzentrums, den Rest seiner Zeit widmet er dem Start-up.

Leidenschaft für Holz

Sein Geschäftspartner Florian ist gelernter Schreiner, hat gerade einen Master in Architektur gemacht und beginnt im Herbst in einem Architekturbüro. Die 29-Jährigen verbindet seit ihrer Zeit in der Waldorfschule eine enge Freundschaft – Holz war schon immer ihre gemeinsame Leidenschaft. „Im Bekanntenkreis hieß es oft: Könnt ihr mal das oder jenes bauen?“, so Florian.

Im Namen Karlsholz spiegelt sich die Liebe der beiden zur Fächerstadt wider, zudem sind alle Kubikus-Möbel „made in Karlsruhe“. Alexander erklärt, was das bedeutet: „Unser Holzlieferant Hirsch und Sohn kommt aus Rheinstetten, die Löcher der Platten werden in den Hagsfelder Werkstätten gefräst, damit das Zusammenstecken einwandfrei klappt.“ 

Für ihr Label Karlsholz arbeiten Alexander (links) und Florian mit lokalen Dienstleistern

Die beiden Erfinder verpassen den Stücken einen letzten Kantenschliff, bevor sie verleimt und verpackt werden. Auf Wunsch ist auch Planung und Aufbau vor Ort beim Kunden möglich. Eine langfristige Betreuung gehört für Alexander und Florian genauso zum Geschäft wie der verantwortungsvolle Umgang mit dem Material Holz.

Vielseitiges Einrichtungssystem

Den Zuschnitt der Platten haben sie so optimiert, dass kaum Verschnitt anfällt. Was übrig bleibt, verwenden sie beispielsweise für Rollcontainer-Aufsätze. „Unser Rollcontainer ist das beliebteste Modul, vor allem in Büros. Wir haben auch schon einen Schminktisch zusammengestellt“, verrät Alexander. Durch Gewindefüße, Rollen, Schubladen und Türen ist Kubikus vielseitig einsetzbar.

In Zukunft sollen noch mehr Formen und Farben das Karlsholz-Programm erweitern, Ziel sind auch neue lokale Partner wie das Mühlburger Café Hilda. Dort sind die Kubikus-Möbel bereits im täglichen Gebrauch zu bewundern. Was den Karlsruhern jetzt noch fehlt, ist eine eigene Werkstatt mit Showroom – die bleibt jedoch vorerst ein Traum …

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