Fotos: Elisa Walker
Manche Pflanzen dürfen mit ins Bett Plantfluencer Kevin Qiu lebt auf 31 grünen Quadratmetern in der Weststadt
14. Juni 2020 TEXT: 0

Manche brauchen direkte Sonne, andere Halbschatten, viele eine hohe Luftfeuchtigkeit: Im Indoor-Dschungel und auf dem kleinen Balkon von Kevin Qiu finden sich Pflanzen verschiedenster Art in Blumentöpfen, unter Glasglocken, in Marmeladengläsern, Terrarien, in einer Vitrine und sogar an der Decke!

Weiß-grüne Calathea, Ameisenfarn, Anthurie … Kevin teilt sich seine Wohnung mit etwa 300 Pflanzen

Wenn es um die richtige Platzierung seiner grünen Freunde auf engstem Raum geht, wird der 24-Jährige kreativ. Mit einer Pflanze teilt er sogar zeitweise sein Bett: Die riesige Spathiphyllum Sensation steht auf dem Nachttisch, während ihre dunkelgrünen Blätter über die eine Betthälfte ragen – dort ist das Licht optimal für sie.

Mutter stieß Begeisterung für Pflanzen an

Für sein Elektrotechnik-Studium zog Kevin 2014 von Stuttgart in die Fächerstadt. „Als ich in die erste eigene Wohnung gezogen bin, hat meine Mutter mir ein paar Pflanzen geschenkt“, erinnert er sich. Kurz darauf begann Kevin, weitere Zimmer- und Balkonpflanzen zu kaufen oder mit Freunden zu tauschen. „Es ist ein ruhiges Hobby, man braucht dafür Geduld und Fingerspitzengefühl – das passt einfach gut zu mir“, so der Hobby-Pianist.

Dschungel-Vibes dank einer immergrünen Efeutute an der Decke

Weil sein Faible monatlich wechselt und er immer wieder Neues dazukauft, ist die Zahl der Pflanzen in seiner 31-Quadratmeter-Wohnung schnell gewachsen. Kevin schätzt, dass es etwa 300 sind, weiß aber nicht, wie er sie alle zählen soll. „Die meiste Zeit investiere ich in das Aufbinden, Umtopfen oder Anbringen. Was einmal steht, verursacht nicht mehr viel Aufwand, denn die Bewässerungstöpfe halten einige Wochen vor. Bei den Terrarien öffne ich einfach die Türen, sprühe und bin schon fertig“, sagt der Pflanzen-Fan.

Netzwerk ist das A und O

Anfänglich las er Pflegeanleitungen im Internet oder probierte einfach aus. Seit drei Jahren betreibt er einen Instagram-Account, über den er eine Pflanzen-Community fand. Bei seinem Hobby ist ein Netzwerk das A und O, verrät Kevin: „Das, was ich mittlerweile suche, ist so schwer zu bekommen, dass ich persönliche Kontakte auf Instagram oder Facebook nutze. Außerdem habe ich Freunde, die Pflanzen aus Asien oder Ostamerika importieren.“

Hier drüben bin ich! Üppige Pflanzenpracht auf dem Balkon zieht alle Blicke auf sich

Auf seinem dicht begrünten Balkon in der Weststadt wächst sein aktueller Favorit: Der Geweihfarn. Mehrere davon wirken auf ihren Holzhalterungen über der Balkontür wie eine blumige Trophäensammlung. Ein Blickfang ist auch die Alocasia Baginda auf dem Regal. „Man nennt sie auch Dragon Scale, weil ihre gerippten blau-grünen Blätter aussehen wie Reptilienhaut“, erklärt der Experte. Neben der violetten Blütenpracht der Clematis klettert die Mexikanische Minigurke über das Blumengitter, deren traubengroße Früchte aussehen wie winzige Wassermelonen. Ein Bewässerungssystem, Wasserspender und Gießanzeiger unterstützen den Topfgärtner bei der Pflege seines grünen Kleinods.

30.000 Follower auf Instagram

Kevin Qiu gilt inzwischen als „Plantfluencer“ – ein Influencer zum Thema Pflanzen. Seinen 30.000 Followern gibt er Pflege-Tipps, zeigt in Tutorials, wie man umtopft und ermutigt Interessierte. Für den Einstieg empfiehlt er anfängerfreundliche Zimmerpflanzen wie das Einblatt oder die Sansevieria. „Ein grüner Daumen ist nicht angeboren. Man kann alles durch Erfahrung lernen. Einfach ausprobieren!“, rät Kevin.

0 Kommentare zu Manche Pflanzen dürfen mit ins Bett

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.