Fotos: Bruno Kelzer (3), MDR/Daniela Incoronato (1)
In Karlsruhe daheim, in Dresden auf Mörderjagd Schauspielerin Cornelia Gröschel über ihren Tatort-Dreh in Corona-Zeiten
18. Juni 2020 TEXT: 0

Der Lockdown hat auch die Arbeiten am neuen Dresden-Tatort ausgebremst: Mitte März zog sich das Team um Cornelia Gröschel alias Kommissarin Leo Winkler vom Set zurück, erst vor wenigen Tagen konnte die Episode Rettung so nah fertig gedreht werden. „Wir hatten ständig Mundschutz auf und immer eine mobile Desinfektionsstation zum Händewaschen dabei. Essen gab es aus verschließbaren Pappkartons, zwischen uns hingen Plexiglas-Scheiben“, erzählt Cornelia.

Schon sechs Corona-Tests

Sie und die anderen Darsteller wurden immer wieder auf SARS-Cov-2 getestet, um in den Szenen – ohne Mundschutz – nah beieinander stehen zu können. Mittlerweile habe sie fünf oder sechs Corona-Tests hinter sich, schätzt die 32-Jährige. Trotz aller Hygiene-Regeln fühlt sie sich anderthalb Jahre nach dem Start als Tatort-Kommissarin angekommen. „Die Tatsache, dass Dresden meine Heimatstadt ist, hat mir innerlich viel Sicherheit gegeben – was ich da spiele, verkörpere ich auch. Zumindest den Teil der Dresdnerin“, so Cornelia Gröschel.

Cornelia Gröschel als Kommissarin Leo Winkler im Tatort (mit Peter Trabner als Gerichtsmediziner Dr. Falko Lammert)

Eine Polizistin zu spielen ist ihrer Meinung nach nicht die einfachste Aufgabe, weil die Rolle zwar viel Informationstext vorgibt, zu den Emotionen aber kaum etwas im Drehbuch steht. „Das Innere, Private der Figuren ist aber das eigentlich Interessante – wir Schauspieler sind gefordert, das cool und spannend auszuarbeiten“, erklärt die Wahl-Karlsruherin.

Seit neun Jahren in Karlsruhe

Ihr eigenes Privatleben will sie zwar nicht großartig thematisieren, verrät aber, dass sie wegen ihres Mannes in Karlsruhe geblieben ist, als ihr Engagement am Badischen Staatstheater endete. Sie geht selten aus, dafür umso häufiger Essen, weil sie nicht gerne kocht. „Ich mag das Gasthaus Gutenberg und bestelle fast immer Bratkartoffeln mit Ei“, sagt die Frau mit dem Lockenschopf, die auch ansonsten nahbar und bodenständig wirkt.

An Karlsruhe schätzt sie die Größe: zwar städtisch, aber alles schnell zu erreichen

Dazu passt ihre Leidenschaft für Pferde, dank der sie Karlsruhe von seiner grünen Seite entdeckte. „Als Schauspielerin versinkt man ja gerne mal im Mikrokosmos Theater und hat zwischen Wohnung, Bühne und Kneipe kaum Kontakte nach außen“, weiß Cornelia. Weil sie aber gleich nach ihrem Umzug vor neun Jahren eine Reitbeteiligung suchte, war sie schnell auch außerhalb des Berufs vernetzt und erlebte bei Ausritten im Hardtwald eine Stadt mit viel Natur. „Ich mag Karlsruhe, es ist urban, trotzdem kannst du alles mit dem Fahrrad erreichen. Auch die Baustellen finde ich nicht so schlimm – da beobachte ich eher, wie weit sie schon gekommen sind.“

Nächste Rolle: Superheldin

Wenn nicht gerade eine Pandemie das Leben bestimmt, reist Cornelia ohnehin häufig zwischen Jobs in ganz Deutschland hin und her: Vergangenes Jahr spielte sie Theater in Stuttgart, die Serie Schwartz und Schwartz führt sie immer wieder nach Berlin. Und in Dresden steht sie für den Tatort vor der Kamera. Die jüngst abgedrehte Episode kommt erst im Frühjahr ins TV, diesen Sommer steht zunächst der vierte Tatort mit Kommissarin Leo Winkler an. Er heißt Parasomnia und bietet weitere Hintergrund-Infos zu der Ermittlerin, von der man bisher nur weiß, dass sie wohl einen Bruder hatte, der ebenfalls Polizist war.

Die Schauspielerin wohnt in Mühlburg, ist aber auch mal auf dem Alten Schlachthof-Gelände unterwegs

Und noch ein weiterer Film mit Cornelia Gröschel soll demnächst gesendet werden: Freaks – du bist eine von uns, eine Produktion von Netflix und ZDF. „Darin spiele ich eine alleinerziehende Mutter, die ihre Medikamente absetzt und daraufhin entdeckt, dass sie Superkräfte hat – ein großer und schöner Gegensatz zur Tatort-Kommissarin!“

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