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Karlsruhe bekommt ein Autokino Ab 22. April rollen Filmfans auf den Messplatz / Dahinter steht die Crew des Kammertheaters
16. April 2020 TEXT: 0

Corona ist, was man draus macht! Das dachten sich Ingmar Otto und Bernd Gnann – Intendant und Geschäftsführer des Kammertheaters – und liefern bald Unterhaltung per Autokino. Am kommenden Mittwoch flimmert der erste Film über den Messplatz: die Känguru-Chroniken. „Das Glück des Autokinos ist, dass sich damit alle Auflagen erfüllen lassen“, sagt Ingmar Otto.

Tickets kaufen die Film-Fans online und lassen sie am Einlass durch die Scheibe scannen, Snacks und Getränke werden per Pizza-Schieber ans Auto gereicht – Sicherheitsabstand! „Wir wollen mit der ganzen Situation auch ein bisschen frech umgehen und basteln noch an einem Animationsprogramm drumherum – das King Kong-Kostüm liegt bereit!“, kündigt Ingmar Otto an.

Zwei Leute pro Auto
Soll der Grusel-Affe verhindern, dass Leute heimlich aussteigen und sich gegenseitig besuchen? Der Zugang zu den Toiletten wird jedenfalls ebenso gewissenhaft kontrolliert wie die maximal zulässige Anzahl von zwei Personen pro Auto. Bis zu 1.000 Wagen passen vor die Leinwand auf dem Messplatz, zur Premiere sind 35 Mitarbeitende im Einsatz.

Veranstalter der Autokino-Abende ist die „Theater GO GmbH“ von Ingmar Otto und Bernd Gnann, ein Theaterverlag. „Wir brauchen eine Filmvorführ-Erlaubnis und eine UKW-Lizenz, denn der Ton des Films kommt aus den Autoradios“, erklärt der Kammertheater-Intendant. Sein derzeit geschlossenes Haus profitiert von einer Teilspende durch jede verkaufte Karte (22,90 Euro je Auto).

Klassiker und Wunschfilme
Nachdem sich einige reaktivierte oder neu eröffnete Autokinos im Umland bewähren, hoffen die Macher auch auf großen Zuspruch aus der Fächerstadt. Täglich ab Sonnenuntergang sind Filme zu sehen, die man gerade im Kino verpasst, etwa der Neue von Elyas M’Barek (Nightlife). Das Programm für die erste Woche steht und soll wöchentlich erweitert werden.

„Wir möchten auch Klassiker und Wunschfilme zeigen, nach denen wir unsere Besucher fragen“, sagt Ingmar Otto. So kurz vor Eröffnung laufen bei ihm deshalb die Leitungen heiß, Social Media-Kanäle werden eingerichtet, die Riesenleinwand mit 180 Tonnen Material aufgebaut. „Viele neue Erfahrungen, die wir gerade sammeln – aber letztendlich müssen einfach nur genug Leute kommen!“

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