Fotos: Stadt Karlsruhe
Karlsruhe baut vorbildlich! Mehrere städtische Häuser wurden mit dem Hugo-Häring-Preis ausgezeichnet
10. Dezember 2020 TEXT: 0

Alle drei Jahre würdigt der Bund Deutscher Architekten vorbildliches Bauen mit dem Hugo-Häring-Preis. In diesem Jahr erhalten vier Gebäude der Stadt Karlsruhe eine Auszeichnung: Die Fleischmarkthalle, das Festigungs- und Expansionszentrum FUX, das Perfekt Futur und die Aussegnungshalle auf dem neuen Friedhof in Wolfartsweier.

Lob für das Baudezernat

Bürgermeister Daniel Fluhrer wertet die Preise als Erfolg für das Team des Baudezernats: „Vorbildliches Bauen bedeutet für uns, hohe Qualität, ästhetische Akzente und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen“, so Fluhrer. „Der Hugo-Häring-Preis beweist, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind“.

Seit 2013 stapeln sich Seefrachtcontainer in der Schweinemarkthalle. Sie bieten Platz für Büros und ein Café

Die ehemalige Fleischmarkthalle, das Herzstück des Alten Schlachthofs, wurde unter Regie der Karlsruher Fächer GmbH zum Veranstaltungsraum umgebaut. Mit Kosten von 1,5 Millionen Euro erhielt die Halle vor allem funktionale Verbesserungen. Nun kann sie auch im Winter als Bürgerzentrum der besonderen Art genutzt werden.

Spuren der Geschichte

Nach der im Sommer 2019 abgeschlossenen Renovierung sei nach Ansicht der Jury auf hervorragende Weise gezeigt worden, „wie ein sensibler Umgang mit Bausubstanz und Geschichte scheinbar einfach gelingen kann“. Während die Spuren der einstigen Nutzung erhalten blieben, seien neue Elemente so integriert worden, dass sie kaum zu sehen sind.

Für zurückhaltende Struktur gelobt: das Festigungs- und Expansionszentrum FUX

Unter den Preisträgern hat das Perfekt Futur die längste Geschichte: Seit 2013 stehen in der früheren Schweinemarkthalle 68 ausgediente Seefracht-Container. Das besondere Raum-in-Raum-Konzept bietet Büros für ein kreatives Gründerzentrum. Dieses Konzept beweise „einen vorbildlichen Umgang mit dem Denkmal“, so die Jury. Die Container-Lösung macht die Höhe der Halle nutzbar und lasse gleichzeitig genug Fläche frei.

Unprätentionser Innenraum

Das sechsstöckige Gründerzentrum FUX steht zwischen Schlachthofgelände und Messplatz. Es bietet ebenfalls Raum für Start-ups der Kultur- und Kreativwirtschaft. Am Bau des Stuttgarter Büros Birk Heilmeyer Frenzel Architekten gefiel der Jury seine reduktionistische Fassade mit der klaren Gliederung. Die unprätentiöse Ästhetik des Innenraums leiste außerdem einen besonderen Beitrag zur Kultur der Arbeitswelten.

Die hölzerne Aussegnungshalle in Wolfartsweier ist ein Gebäude, das Ruhe ausstahlt

Die Aussegnungshalle in Wolfartsweier wurde im Oktober 2019 fertiggestellt. Sie fügt sich mit einer tragenden Konstruktion aus Fichte-Brettschichtholz-Elementen harmonisch in die Landschaft ein. Ihre Atmosphäre ist geprägt von Stille, gedämpftem Licht und duftendem Holz. Die Ausrichtung des Gebäudes und die Einfassung der Halle durch Nebenräume reduziert den Verkehrslärm der nahegelegenen Autobahn.

Ort der Balance

Die Jury würdigte die Aussegnungshalle als „eine Skulptur in der Landschaft“ und „einen Raum, der in sich zu ruhen scheint“. Außerdem sei „mit einfachsten Mitteln und Formen in beeindruckender Weise sowohl eine architektonische Skulptur als auch ein Ort des Rückzugs, eine Balance von äußerer Erdung und innerem Schweben“ geschaffen worden.

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