Fotos: Bruno Kelzer
Ihre Seifen haben Persönlichkeit! Jasmin Jonietz stellt vegane Pflegeprodukte her und zeigt anderen, wie es geht

„Meine Workshops gelten in Karlsruhe schon als kleiner Geheimtipp“, sagt Jasmin Jonietz nicht ohne Stolz. Im Sommer hat sie sich ihren großen Traum erfüllt und ein eigenes Atelier im Hinterhof der Kaiserstraße 188 eröffnet. Hier gibt sie an den Wochenenden Kurse zur Herstellung von Naturseifen, die aussehen wie kleine Kunstwerke.

Bunt und naturbelassen

Sehr viel Wert legt Jasmin auf die Inhaltsstoffe: Ihre kaltgerührten Seifen enthalten neben der Lauge auch Olivenöl, Sheabutter, Kokosöl, Kakaobutter und ätherische Öle. Dazu kommen mineralische oder pflanzliche Farbpigmente, mit denen es dann richtig kreativ wird. „Wenn ich spazieren gehe und eine schöne Blumenwiese sehe, denke ich mir oft: ,Oh, genau die Farbkombination muss ich in meinen Seifen ausprobieren’“, sagt die Gründerin.

Kunstvolle kleine Seifenstücke in Jasmins Hinterhof-Manufaktur in der Kaiserstraße

Zu ihrem Seifenbusiness ist sie gekommen, weil sie Probleme mit der Haut hatte und nie die coolen Duschgels aus der Drogerie verwenden konnte. „Ich kriege bei vielen Sachen Ausschlag, gerade wenn synthetische Duftstoffe drin sind. Im Urlaub habe ich mir dann mal eine gesiedete Seife gekauft und war begeistert!“, erinnert sich Jasmin.

Workshops im Duftlabor

Sie wollte das Ganze selbst probieren und stellte bald immer wieder Seifen her. „Später habe ich auch einigen Freundinnen gezeigt, wie das Seifesieden funktioniert. Sie haben mich gefragt, warum ich nicht schon längst Workshops anbiete. Ich hatte darauf keine Antwort parat“, lacht die gebürtige Hessin, die vor fünf Jahren wegen ihres Verlobten in den Landkreis Karlsruhe zog.

Jasmin begann mit der Seifenproduktion, weil sie viele Produkte aus der Drogerie nicht vertrug

Sie arbeitet Vollzeit als Projektkoordinatorin beim Jugend- und Sozialamt Pforzheim. Daneben verbringt die 33-Jährige so viel Zeit wie möglich in ihrem Duftlabor. Hier, aber auch auf www.seifenmagie.de, verkauft sie ihre handgemachten Produkte. Die Seifen kann man in der Regel sechs Monate lang benutzen, alle sind vegan, bio oder fairtrade und können unverpackt erworben werden.

Ganz persönliche Inhaltsstoffe

Mittlerweile gibt es von Seifenmagie sechs verschiedene Sorten. Es kommen nach und nach weitere dazu. „Bei meinen Kursen haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eigene Produkte mitzubringen, die sie verarbeiten möchten. Das macht die Persönlichkeit der eigenen Seife aus! Eine Frau hatte zum Beispiel eingefrorene Muttermilch dabei. Eine andere ihren Lieblingskaffee“, verrät die Workshop-Leiterin.

In Workshops zeigt sie anderen, wie man individuelle Naturseife herstellt

Der Anfänger-Kurs ist für jene gedacht, die von Grund auf alles über Seifenherstellung wissen wollen, um sie später selbst in der eigenen Küche produzieren zu können. Es gibt auch einen Mini-Workshop für alle, die nicht zu viel Hintergrundwissen, sondern einfach mal was Kreatives ausprobieren möchten, sagt Jasmin. Viele hätten anfangs Respekt vor der Aufgabe, und Bedenken sind nicht unbegründet: „Man muss schon aufpassen“, sagt Jasmin. „Ohne Ätznatron, also Natriumhydroxid mit der Formel NaOH, kann man keine Seife herstellen. Das ist eine Chemikalie, die man mit Respekt behandeln muss.“

Vorsicht bei der Herstellung

Ein Ass in Chemie muss aber trotzdem keiner der Seifen-Neulinge sein. Jasmin kommt aus dem pädagogischen Bereich – sie hat Deutsch und Bildungswissenschaften in Heidelberg studiert – und liebt es, ihre Teilnehmer Schritt für Schritt an das Themengebiet heranzuführen. Wichtigste Regel: NaOH immer zu den anderen Flüssigkeiten geben, niemals umgekehrt! „Seifesieden ist ein chemischer Prozess, genau wie Kuchenbacken oder Bierbrauen. Man sollte wissen, was man tut und vorsichtig sein.“

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