Fotos: Heike Schwitalla
Besucher strömen zum Naturschutzgebiet Der Grötzinger Baggersee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Im Sommer führt das zu chaotischen Zuständen

Pferde, Hunde, Menschen – der Grötzinger Baggersee soll allen eine Bademöglichkeit bieten. Gleichzeitig liegt der See mitten in einem Naturschutzgebiet. Klar, dass es da manchmal zu Problemen kommt, besonders im Corona-Sommer 2020 … Der See hat einen kleinen öffentlichen Badestrand, der Großteil von Ufer und Gewässer darf aber nicht betreten werden. Ehrenamtliche Aufsichten haben ein strenges Auge darauf, dass alle an der richtigen Stelle ins Wasser gehen: Hunde am Hundestrand, Pferde am Pferdeeinstieg, Schwimmer und Taucher in ihrem Abschnitt.

Badestrand oft überlaufen

Der Arbeitskreis Baggersee, in dem städtische Ämter, Ortsverwaltung und Vertreter aus Ortschaftsrat und der Vereinem überprüfen, ob am See noch alles okay ist, hat jetzt die Situation im Corona-Sommer analysiert. Während des ersten Lockdowns war der Grötzinger Baggersee längere Zeit das einzige Gewässer in der Region, in dem Baden erlaubt war. Entsprechend überlaufen war der Strand und chaotisch die seit Jahren schwierige Parkplatzsituation.

SUP leht an SOS-Säule. Am Baggersee Grötzingen ist im Sommer oft viel los

Geschätzt 34.000 Badegäste haben den See in dieser Saison besucht. Bei optimalem Badewetter war der Liegebereich im Juli und August meist proppenvoll. Besonders an Wochenenden war der Andrang häufig so groß, dass sich der Liege- und Badebereich regelmäßig nach Osten in den gesperrten Naturschutz-Bereich ausdehnte. An manchen Nachmittagen machten es sich dort bis zu 100 Personen bequem.

Eher weniger Parkplätze

Deshalb waren sich alle Beteiligten in der Gesprächsrunde einig: Mehr Parkplätze soll es am Grötzinger Baggersee auf keinen Fall geben! Eher weniger, um den wachsenden Besucherdruck vom Naturschutzgebiet zu nehmen. „Wenn wir mehr Parkplätze schaffen, entzerren wir kurz die Situation. Dann wird sich das aber herumsprechen und es kommen noch mehr Leute. Und Zufahrtsstraßen, Parkplätze und Badestrand werden noch voller“, so Ortsvorsteherin Karen Eßrich.

KOD, Polizei und ehrenamtliche Aufsichten strömen auch 2021 aus, um die Parksituation am Grötzinger Baggersee zu beobachten und Parksünden ahnden. Flyer sollen außerdem darauf hinweisen, dass der Baggersee gut per Rad und ÖPNV erreichbar ist. Autofahren wird explizit die Nutzung der Parkplätze in der Bruchwaldstraße und an der Emil-Arheit-Halle empfohlen.

Immer wieder dehnt sich der Strandbereich ins Naturschutzgebiet aus, was nicht sein sollte

Für die Stadt war der Badesee 2020 wegen Corona teurer als in den Vorjahren. Allein die tägliche Desinfektion und Reinigung der Toiletten sorgte für Mehrkosten von 15.000 Euro. Diese seien auch für 2021 eingeplant, da die Hygiene-Auflagen bis zum Beginn der nächsten Badesaison wohl kaum komplett zurückgenommen werden, erklärt die Ortsvorsteherin.

Station für die DLRG

Eine Veränderung soll es zur kommenden Badesaison aber doch geben: Die DLRG wünscht sich am Strand einen Wagen, der dem Team als Aufenthalts-, Aufbewahrungs- und Erste-Hilfe-Raum dient. Ob sie dafür eine Genehmigung bekommt, prüfen gerade die städtischen Forst- und Naturschutzbehörden.

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