Kristóf und Matthias Hackathon Fotos: Marcello Renna
Studis entwickeln Lösungen für ein Problem in der Industrie Beim Hackathon der Hochschulgruppe Studentec haben sie dafür 30 Stunden Zeit

Ein Pumpen-Problem, zwei Tage Zeit und Mate-Limo im Überfluss. Das sind die Eckdaten des Hackathons in der Fleischmarkthalle. Organisiert wurde das Event von der Hochschulgruppe Studentec. „Hackathon ist ein Wortspiel aus Hacking und Marathon. Also Hacking auch im Sinne von Life Hack,“ erklärt Jan Oberst, der Anfang des Jahres die Idee zu dem Event hatte.

Win-Win-Aktion für Sponsoren und Teilnehmer 

Als Hauptsponsor konnten Jan und seine Mitstreiter die Firma Hermetic aus Gundelfingen gewinnen. Die ist auf hermetische Pumptechnologien spezialisiert, die in Lebensmittelbetrieben oder Raffinerien eingesetzt werden. Sie stellte den Student*innen, die Aufgabe ein System zu entwickeln, das eine intelligente Auswertung des Pumpzustands ermöglicht. Gerade bei dieser Art von Pumpen, die so fest verschlossen sind, dass nichts ein- und austreten kann, sind Mess-Infos relevant: „Man kann ja nicht reinschauen, also braucht man Sensordaten“, erklärt Jan.

Auch  Pwc Deutschland, VIVAVIS, zeb und die Sparkasse Karlsruhe unterstützen den Hackathon finanziell. „Für die Unternehmen hat es den Vorteil, dass sie Ideen für ihre Probleme in der Produktion erhalten. Wir Studierende auf er anderen Seite bekommen Einblicke in ihre Arbeit – und gratis Verpflegung“, freut sich ein Teilnehmer.

Initiator Jan Oberst und die Hochschulgruppe studentec haben seit Anfang des Jahres an dem Event gearbeitet

Der Hackathon ist aber nicht der erste Kontakt der Hochschulgruppe Studentec zu Firmen aus der Ingenieurbranche. Neben dem Studium betreibt sie ein studentisches Ingenieurbüro. „Dort treten wir als Berater und Dienstleister auf, beschäftigen uns mit Produktentwicklung, digitalen Lösungen und Innovationsmanagement,“ berichtet der Hackathon-Initiator Jan.

Die fünf Teams, die in der Fleischmarkthalle vor ihren Laptops sitzen, haben von der Firma Hermetic technische Zeichnungen der Pumpe, Datensätze und Temperaturmessungen zur Verfügung gestellt bekommen. Daran arbeiten sich die angehenden Maschinenbauer, Elektrotechniker und Chemieingenieure zwei Tage ab. Jan Oberst betont den Wettbewerbscharakter: „Die Teams stehen untereinander in Konkurrenz!“

Gewinnerteam pump it Hackathon
Das Team „pump it“ diskutiert über das Pumpen-Problem

Eines der Wettkampfteams ist „pump it“. Vincent Fuchs, Kristóf Kalocsai, Matthias Beck, Julian Kupfer und Amelie Buchwald stellen sich der Challenge, in 30 Stunden eine Idee zu konzipieren. Was motiviert junge Menschen zu dieser Herausforderung? „So bekomme ich abseits des Studiums reale Einblicke in die Industrie, das finde ich einfach sehr spannend“, freut sich Kristóf, der Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik am KIT studiert. Auch pump it-Teammitglied Matthias findet es super, bei dem Hackathon Neues aus anderen Disziplinen kennenzulernen: „Ich bin E-Techniker und habe noch nie diese Art von technischen Zeichnungen angeschaut, wie man damit arbeitet, möchte ich hier lernen!“. 

Studieninhalte in der Praxis

Die Aufgabenstellung des Hackathons ist interdisziplinär gehalten, sie richtet sich gleichermaßen an die Studiengänge Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsinformatik, Mechatronik und Chemieingenieurwesen. Das merkt auch das „pump-it“-Team – jede*r von ihnen hat Inhalte aus der Uni in der Aufgabe wieder gefunden: „Ich beschäftige mich gerade mit etwas, das ich erst letzte Woche in der Vorlesung gelernt habe“, weiß Amelie. Deshalb ist die Aufgabe auch sehr frei formuliert – die Teilnehmenden müssen zunächst die Probleme aufspüren, die jeweiligen Ursachen dafür finden und überlegen, wie sie die Daten lesen und interpretieren können. Sie fragen sich dann etwa, ob ein Datensatz etwas über Druckveränderungen, Temperatur oder Verschleiß aussagt.

750 Euro für das Gewinner-Team

Am Ende des Hackathons bekommt jede Gruppe fünf bis zehn Minuten Zeit, um ihre Ergebnisse vorzustellen. Diese werden nach Kreativität, technischem Anspruch und Aufbereitung bewertet. Wer gewinnt, entscheidet ein Gremium aus Mitgliedern der Hochschulgruppe und Mitarbeitern von Hermetic. Für die ersten drei Plätze winkt ein Preisgeld. Die Gewinner dürfen sich über 750 Euro freuen, die zweitplatzierten bekommen 500 Euro und der dritte Platz 250 Euro.

Nachtrag: Die Gruppe „pump it“ konnte mit ihrem Konzept überzeugen und hat sich den ersten Platz beim Hackathon gesichert.

 

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