Fotos: Bruno Kelzer
Neuer Store für hochwertiges Design Monika Assem hat Moswelt in der Waldstraße eröffnet / Gäste aus wechselnden Städten
25. September 2020 TEXT: 3

Monika Assem ist die neue Händlerin in der südlichen Waldstraße: In Hausnummer 62 hat sie Moswelt eröffnet, einen Concept-Store für hochwertige Handwerkskunst und Design aus der Region und ganz Deutschland. Moswelt steht als Abkürzung für „Monikas Welt“, denn hier versammelt sie Produkte von Menschen aus ihrem weitverzweigten Netzwerk, das sie durch jahrelange Präsenz auf Messen mit ihrem Taschen-Label macharten aufbaute.
„Daraus schöpfe ich jetzt und hole die guten Gestalter nach Karlsruhe“, sagt Monika. „In Moswelt gibt es eine Mischung aus permanenten Produkten, die immer da sind und temporären Artikeln, die alle zwei Monate aus einer anderen Stadt kommen.“

Aus Nürnberg sind unter anderem Glasobjekte von Cornelius Réer im Concept-Store ausgestellt

Den Auftakt als Gast macht Nürnberg: Von dort kommen Knitwear von Anke Staubach, Manufaktur-Schreibgeräte von Kaweco, Schmuck von Sandra Vollbrecht und Glaskunst von Cornelius Réer. Der hat ohnehin bereits eine Verbindung nach Karlsruhe: Er bläst die originellen Upycling-Gefäße aus alten Bier- und Mineralwasser-Flaschen von Same Same, die es ebenfalls in Moswelt gibt.
Ein weiterer Gast ist Christine Lenz mit Schlafprodukten wie Kissen und Masken. „Sie hat sich auch als Schlaf-Coach für Unternehmen einen Namen gemacht, das ist heute ein großes Thema“, erklärt Monika, die in den kommenden Wochen eine Abendveranstaltung mit der Schlaf-Expertin plant.

Mode, Schmuck und schöne Postkarten

Zum permanenten Moswelt-Sortiment gehört Modedesigner Riaz Dan, der einen Teil seiner Ware direkt in Karlsruhe schneidern lässt, sowie die Wäschefirma Aikyou, die lange einen Showroom auf dem Alten Schlachthof hatte und sich auf BHs für kleine Größen spezialisiert hat.„Natürlich führen wir auch Papeterie, zum Beispiel von Künstlerin und Illustratorin Natascha Brändli aus der Pfalz oder Schwarz-weiß-Postkarten der Stuttgarter Agentur Love ist the new black“, verrät Shop-Betreiberin Monika, die seit 1998 in Karlsruhe lebt.

Begehrte Lage: Moswelt ist der neuste Shop in der südlichen Waldstraße

Wer die Nase an ihr Schaufenster drückt (montags und mittags zwischen 13 und 14 Uhr hat der Laden geschlossen), sieht dahinter außerdem bunte Kinderbücher. „Ich sammle leidenschaftlich gern Bilderbücher. Auch wenn sie primär für die Kleinen sind, schauen doch auch viele Erwachsene gerne rein!“ Für kleine (oder größere) Kinder bietet Monika auch Stempel und Bambus-Geschirr des Berliner Labels Nuukk an.

Inhaberin designt Taschen

Auch ihre eigenen Produkte findet man im neuen Geschäft. Die gelernte Keramikerin und studierte Architektin entwirft seit 2003 puristische Ledertaschen („irgendwann wollte ich nur noch kleine Häuser bauen“). Bis 2017 verkaufte sie die in einer Galerie in Durlach, dann pausierte ihr Label. „Ich habe vom Design bis zur Vermarktung immer alles selbst gemacht, irgendwann wurde es neben diversen familiären Verpflichtungen zu viel. Mein Produzent in Solingen war aber so weise und hat die Stanzformen eingelagert“, erzählt Monika. Jetzt konnte er sie wieder hervorholen, um ihre neue Taschen-Kollektion zu produzieren.

Die Taschen von Inhaberin Monika hängen ebenfalls im Shop

Dass sie ihr ausgewähltes Design-Sortiment heute in einer der begehrtesten Lagen der Stadt (die ehemaligen Räume von „Mode und Lieblingsdinge“) präsentieren kann, bezeichnet sie als „extremes Glück“ – sie habe gar nicht lang nach einem Laden gesucht. Die Idee dazu wuchs in der Corona-Zeit. „Als alles geschlossen hatte, blieb auch den Gärtnereien die Kundschaft weg. Per Zufall kam ich dazu, ehrenamtlich Blumen an meine Freunde und Bekannte auszuliefern. Das haben tatsächlich viele in Anspruch genommen, zum Schluss fast 60 Leute.“

Täglich frische Blumensträuße

So kommt es, dass nun auch in Moswelt stets eine Auswahl frischer, wilder Blumensträuße vorhanden ist, die Monikas Mitarbeiterin Manuela Park bindet. „Die Blumen kommen von einer Gärtnerei aus Speyer, die wir neu entdeckt haben und die sehr breit aufgestellt ist. Wenn es dort nichts mehr zu ernten gibt, schwenken wir auf Trockensträuße um.“

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