Die Gartenstadt in Karlsruhe Fotos: Heike Schwitalla (2), Nina Setzler (4)
Im Grünen wohnen – aber zentral! Die Gartenstadt Karlsruhe ist schon seit über hundert Jahren ziemlich beliebt

Kleine Einfamilien- und Reihenhäuser mit nostalgischem Flair und viel Grün drumherum, alle Straßen sind nach Blumen benannt. Die Gartenstadt Karlsruhe war einst ein Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland. Auch heute ist das Viertel in Rüppurr eines der beliebtesten der Stadt, weil Wohnen im Grünen beliebt und Wohnraum knapp ist. 

Ursprung in England

Gartenstädte haben sich in ganz Europa entwickelt, nachdem sie 1898 in England als Reaktion auf die schlechten Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse entstanden sind. Sie sollten einerseits den dringend benötigten Wohnraum bieten und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen verbessern. Die Idee setzte sich auch in Deutschland durch: Neben der Dresdener Gartenstadt Hellerau, die 1906 entstand, ist die Gartenstadt Karlsruhe (1907) eine der ältesten Wohnanlagen dieser Art in Deutschland. Weitere Gartenstädte gibt es in Berlin, Nürnberg oder Mannheim.

Orangefarbenes Haus in der Gartenstadt Karlsruhe
Neben dem Grün der Pflanzen sind im Viertel auch viele bunte Häuser zu sehen

Heute zählt die Baugenossenschaft Gartenstadt in Karlsruhe rund 2.000 Häuser und Wohnungen sowie 10.000 Mitglieder. Irina Hansmann kennt die Gegend und ihre Menschen gut, denn sie hat 2007 ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau bei der Gartenstadt Karlsruhe begonnen. Noch heute arbeitet die 31-Jährige mit großer Freude dort. „Nach meiner Ausbildung habe ich mich zur Immobilienfachwirtin weitergebildet. Inzwischen arbeite ich im Team Wohnversorgung und Bestandsmanagement“, erzählt Irina. 

Familientradition in der Gartenstadt Karlsruhe

Dabei kümmert sie sich um Modernisierungen und betreut neben der Mitgliederzeitschrift auch die Website. Der Bezug zur Gartenstadt Karlsruhe hat in Irinas Familie Tradition. „Schon meine Ur-Großeltern haben hier gelebt, deshalb wurde mein Opa dann auch 1932 im Resedenweg geboren. Er hat später meine Großmutter im Rüppurrer Freibad kennengelernt und die beiden sind gemeinsam in den Krokusweg gezogen.“

Irina Hansmann vor der Zentrale der Gartenstadt Karlsruhe
Irina Hansmann arbeitet seit 14 Jahren für die Gartenstadt. Viele aus ihrer Familie haben hier gewohnt

Auch Irinas Schwester wohnt mit ihren Kindern hier, sie selbst lebt im nahe gelegenen Ettlingen. Die schnuckeligen Einfamilienhäuser in der Gartenstadt Karlsruhe werden an Haushalte mit mindestens zwei Personen vergeben. „Falls ich mal eine Familie gründe, kann ich mir sehr gut vorstellen, hierher zu ziehen“, lächelt die gebürtige Karlsruherin.

Interessierte brauchen einige Jahre Geduld

Die Gartenstadt ist eine Wohnungsbaugenossenschaft, die ihren Mitgliedern preiswerten Wohnraum bietet. Um sich auf ein Objekt zu bewerben, muss man Mitglied sein. Die Vergabe erfolgt nach der Dauer der Mitgliedschaft. Das bedeutet, dass man aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes etwas Geduld braucht –  in der Regel einige Jahre!

Grünes Haus in der Gartenstadt Karlsruhe
Im Viertel gibt es Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Reihenhäuser – jedes hat einen Garten

Die Bewohner der Gartenstadt sind bunt gemischt, Singles, Paare, Familien … „Viele wohnen schon ihr ganzes Leben hier und haben hier familiäre Wurzeln“, sagt Immobilienkauffrau Irina. Der Vorteil einer Baugenossenschaft sei, dass die Mieterinnen und Mieter einen Ansprechpartner haben, falls es mal etwas zu reparieren gibt. „Außerdem sind die Mieten sind im Vergleich zum freien Wohnungsmarkt bezahlbar und liegen im mittleren Bereich des Mietspiegels“, sagt Irina. „Man lebt im Grünen und dennoch stadtnah – wo gibt es das schon?“

Karnevalistin und Bier-Fan

So sehr sie ihren Job liebt, so aktiv ist Irina in der Freizeit: Sie engagiert sich in einem Ettlinger Karnevalsverein und hat eine große Leidenschaft für Bier! Deshalb steht sie momentan im Finale der baden-württembergischen Bierkönigin, nebenberuflich ist sie für diverse Brauereien tätig. So gibt sie manchmal Führungen durch die Hoepfner-Brauerei in der Karlsruher Oststadt.

Irina Hansmann in der Gartenstadt Karlsruhe
Dass man sich in der Gartenstadt kennt, ist auch Irina zu verdanken. Sie organisiert Events für die Mieter

Die Arbeit mit Menschen spielt auch in ihrem Hauptberuf eine wichtige Rolle: Im Rahmen des Sozialmanagements organisiert sie Ausflüge für die Mitglieder und Nachbarschaftsfrühstücke in der Gartenstadt. Das soll die Gemeinschaft und auch die Verbindung zwischen Mietern und Vermietern stärken, erklärt Irina.

Die Nachbarn kennen sich

„Wir sind als Ansprechpartner immer präsent und wollen auch älteren Menschen einen Lebensabend in der Gartenstadt ermöglichen, indem wir mit Hausnotruf und Pflegediensten kooperieren.“ Dieser familiäre Aspekt, der Zusammenhalt und die Tatsache, dass man hier seine Nachbarn noch gut kennt, macht das besondere Flair der Gartenstadt Karlsruhe aus.

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