Fotos: Jennifer Warzecha
Was können wir für das Stadtklima tun?  Karlsruhepuls hörte sich beim Aktionstag „Grüne Insel“ auf dem Kronenplatz um

„Wir glauben, dass viele Leute gar nicht wissen, wie viele Fördermöglichkeiten es für Begrünung und Entsiegelung gibt“, sagte Bürgermeister Daniel Fluhrer am Montag auf dem Kronenplatz. Beim städtischen Aktionstag „Grüne Insel“ informierte ein Experten-Team von Stadtplanungsamt und Gartenbauamt (Foto) zu privaten Begrünungsmaßnahmen und bürgerschaftlichem Engagement im öffentlichen Grün.

Fläche entsiegeln, Innenhof bepflanzen

Weil Pflanzen fürs Stadtklima eine große Rolle spielen, werden sie vorerst bis 2027 mit sieben Millionen Euro gefördert! Karlsruherinnen und Karlsruher können also finanzielle Zuschüsse beantragen, um eine Fläche zu entsiegeln, einen Schuppen abzubauen oder einen Innenhof zu bepflanzen. Wir haben Besucherinnen und Besucher des Aktionstages gefragt, was sie selbst schon tun, um das Klima in Karlsruhe zu verbessern.

Student Florian Kaltwasser kauft am liebsten verpackungsfrei ein

„Wer Flächen vor dem Haus hat, sollte die auf keinen Fall zupflastern, sondern dort etwas anpflanzen und wenn möglich auch Vogelhäuser anbringen“, sagt Florian Kaltwasser, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Ihm ist es auch sehr wichtig, möglichst unverpackt einzukaufen. „Gerade bei den Lebensmitteln ist der ganze Verpackungsmüll oft unnötig!“

Die 32 Jahre alte Informatikstudentin Katharina Glück bemerkt in letzter Zeit oft Einwegmasken, die auf der Straße liegen bleiben. „Man sollte grundsätzlich seinen Müll richtig entsorgen und dadurch mithelfen, das Klima zu verbessern“, findet die Mutter eines Kindes. Sie wohnt in der Waldstadt und empfindet diese bis auf einige ungepflegte Spielplätze als recht grün.

Garten auf dem Balkon

„Mein Mittel der Wahl ist Gärtnern. Ich habe einen Schrebergarten und einen Garten auf dem Balkon. Wichtig ist nicht nur, den Rasen zu pflegen, sondern auch Essbares anzubauen. So kann man Emissionen vermeiden, die beim Transport der Waren nach Deutschland und bei der Fahrt mit dem Auto zum Einkaufen entstehen“, sagt Lena Widmann (33).

Baut Essbares an und fährt Rad: Die Karlsruherin Lena Widmann

Mehr Blumenkübel und kleine Pflanzen-Oasen wünscht sich Lebensmittelverkäuferin Tamara Walter. „Das sieht schön aus und bietet den Leuten im Sommer auch Schatten“, sagt sie. Ihr fällt auf, dass es gerade im Bereich der Mathystraße zu wenig Mülleimer gibt. Sie schlägt vor, mehr Mülleimer aus Holz aufzustellen – es müsse nicht immer Metall sein.

Radwege nutzen und ausbauen

Eine weitestgehend autofreie Innenstadt und Nachbarschaftsgruppen, die sich gemeinschaftlich um eine Grünfläche direkt vor dem Haus kümmern, wünscht sich die Musikerin und Musiklehrerin am Badischen Konservatorium Jana Lalovic: „Die Qualität der Radwege zu verbessern und der Ausbau von Fahrradstraßen liegt mir am Herzen. In der Sophienstraße ist es zum Beispiel angenehm, Rad zu fahren, weil die Radfahrer Vorrang haben und ernstgenommen werden.“

Jana Lalovic und Paul Erhardt setzen auf gemeinschaftliche Grünflächen und Gespräche über Klimapolitik

Paul Erhardt regt an, die eigenen Hinterhöfe in Wohnblöcken attraktiver zu machen und sich politisch für ein besseres Klima zu engagieren. In Gesprächen mit Nachbarn oder Freunden könne man das Bewusstsein für eine klimafreundlichere Stadtpolitik und die Akzeptanz für städtebauliche Veränderungen wie Begrünungsmaßnahmen erhöhen.

Tipp: Am 30. September machen die Experten für Stadt-Begrünung auf dem Lidellplatz Station!

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