Petrus-Jakobus-Kirche in Karlsruhe Fotos: Brigida González (2), Bundeswehrfachschule (1), dm (1), KIT (1)
Das sind Karlsruhes Hingucker! Bund Deutscher Architekten zeichnet besonderen Gebäude in der Fächerstadt aus

Obwohl es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, hat Karlsruhe einige aufregende Bauten zu bieten. Kürzlich haben elf Gebäude in der Stadt sogar die Hugo-Häring-Auszeichnung für vorbildliches Bauen erhalten. Vier davon befinden sich in städtischer Hand, über sie haben wir neulich berichtet.

Nun stellen wir euch einige weitere Preisträger vor, die in privater Hand sind: Die Bundeswehrfachschule in Neureut etwa, in der ehemalige Zeitsoldat*innen ihren Schulabschluss nachholen können. Es handelt sich um ein dreiflügeliges Gebäude, das sich in die Spitze eines dreieckigen Areals am Waldrand schmiegt. Die Gebäudeflügel stehen stark über, eine Anspielung der Kölner v-architekten an die Luftwaffe, die früher an diesem Ort stationiert war.

Bundeswehrfachschule Karlsruhe
Wie ein Propeller im Wald wirkt die luftig gebaute Bundeswehrfachschule

Architekt Peter Krebs hat mit seinem Entwurf für die Petrus-Jakobus-Kirche eine wichtige Aufgabe gelöst. Eine leuchtend-weiße Gebäudespange (oberstes Bild), die ein Gottes- und ein Gemeindehaus beherbergt und aus einer lebhaften Umgebung herausragt. Obwohl das Ensemble in der Nordweststadt nach außen hin geschlossen und reduziert aussieht, wird es innen zu einem Ort der Begegnung! „Ein sakraler Raum von zeitgenössischer Transzendenz“, loben deshalb die Preisrichter.

Innenraum der Petrus-Jakobus-Kirche in Karlsruhe
Reduziert und einladend: Im Atrium der Petrus-Jakobus-Kirche stehen sogar Bäume

Der Architekturpreis, auch „Kleiner Hugo“ genannt, würdigt die Qualität eines Hauses – ganz unabhängig von seiner architektonischen Richtung. Das hat mit Namensgeber Hugo Häring zu tun: Er war ein wichtiger Architekt der Moderne und bekannt für seine besondere Offenheit. Deshalb dachte er Dinge immer wieder neu, ohne sich einem Stil zu verpflichten.

Das gilt auch für das KIT Energy Lab 2.0 der Stuttgarter Behnisch Architekten. Es bildet das Herzstück einer Anlage, auf der Energiegewinnung und -Nutzung in Wohnhäusern untersucht werden. Mit dem Kontrollzentrum SEnSSiCC ist ein auffallend geformtes Gebäude gelungen. Der Jury gefielen besonders die geschickt eingesetzten Baumaterialien. Trotz überschaubarem Budget wurde hier eine architektonische Qualität erreicht. 

KIT Energy Lab 2.0
Das Energy Lab 2.0 des KIT erforscht Energie der Zukunft. Links die Musterhäuser, rechts das Kontrollzentrum SEnSSiCC

Besonderes Aufsehen hat die neue dm-Zentrale erregt, das „dialogicum“ an der Durlacher Allee. Entworfen wurde es von den LRO Architekten. „Es mag zu den besonderen Glücksfällen gehören, wenn sich die Identität eines Unternehmens mit architektonischen Visionen in Einklang bringen lässt“, findet die Jury.

dm-Zentrale in Karlsruhe
Klimagerechtes Bauen: Im Gebäude der neuen dm-Zentrale spiegelt sich die Vision des Konzerns

Das weitläufige Gebäude umschließt nämlich acht bepflanzte Innenhöfe. Sie führen zu hellen, gut durchlüfteten Open-Space-Arbeitsräumen und sorgen für ein gutes Mikroklima. So wird die Konzernzentrale zu einem besonderen Beispiel für klimagerechtes Bauen.

Architektur aus Karlsruhe hat Chance auf Landespreis

Alle Karlsruher Preisträger erhalten in der zweiten Runde die Chance auf den Hugo-Häring-Landespreis. Bis die Ausstellung der Projekte nachgeholt werden kann, können sie online angesehen werden.

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