Fotos: Christian Hennig/die Anstoß e.V. (2), Sebastian Heck (1), Stadtarchiv KA, Bildarchiv Schlesiger (1), Karlsruhepuls (1)
Mehr Leben auf dem Kronenplatz durch Pflanzen und Events Kulturverein „die Anstoß“ hat der Stadt ein Konzept zur Neugestaltung vorgelegt
16. Januar 2021 TEXT: 0

Eine großzügige Fläche in guter Lage mitten in der Innenstadt, komplett autofrei und nah an der Uni. Der Kronenplatz, von dem hier die Rede ist, besitzt Potenzial. Doch in der Realität gibt dieser Ort bislang ein trostloses Bild ab: Viel Beton, keine attraktiven Verweilflächen und meist nur zum Durchqueren genutzt, herrscht hier kaum Leben. 

Teil des Sanierungsprogramms

„Die Anstoß“ möchte das ändern. Der soziokulturelle Verein hat seinen Projektraum in unmittelbarer Nachbarschaft an der Fritz-Erler-Straße und beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit dem Kronenplatz und seinen Möglichkeiten.

2018 hat die Stadtverwaltung den Platz in ihr Sanierungsprogramm Innenstadt-Ost aufgenommen, zu dem auch ein möglicher Neubau der städtischen Bibliothek zählt. „Die Anstoß“ engagiert sich in den Bürgerbeteiligungsverfahren. 

Viel Fläche, wenig Leben: Der Kronenplatz wirkt heute meistens ziemlich leer

In den vergangenen sechs Monaten hat eine feste Projektgruppe viel Zeit in ein durchdachtes Nutzungs- und Gestaltungskonzept investiert. Die Präsentation beim Stadtplanungsamt im Oktober 2020 kam gut an, berichtet Vereinsmitglied Christian Hennig: „Die Ziele der Stadt sind relativ deckungsgleich mit unseren.“ 

Sitzplätze und Begrünung

Das Konzept sieht vor, den Kronenplatz als Quartiersplatz, Kulturraum und Stadtlabor zu nutzen. „Momentan haben wir zu viel Freifläche, der ein Gegenüber fehlt“, beschreibt Christian die Situation auf dem Platz. „Deshalb haben wir Sitz- und Tribünenpodeste geplant, die in Kombination mit Begrünungs- und Verschattungselementen zum Verweilen einladen.“ 

Im Jahr 1988 war der Kronenplatz noch nicht rundum bebaut und mit zahlreichen Bäumen bepflanzt

Außerdem sollen vier Container aufgebaut werden. Zwei davon für öffentliche Toiletten, einer als Lager und ein Gastro-Container, der temporär für Events genutzt werden könnte (siehe erstes Bild). Neben der räumlichen Gestaltung sieht das „Anstoß“-Konzept etwa 50 Veranstaltungen von den rund 25 beteiligten lokalen Initiativen des Stadtteils vor. 

Events zu Wissenschaft, Kunst, Bildung

Mit ansässigen Akteuren wie KIT oder jubez sollen dabei Wissenschaft, Kunst und Bildung am Kronenplatz zusammenkommen. Anders als der Markplatz oder der Schlossplatz sei der Kronenplatz vor allem ein öffentlicher Raum für Anwohner und Bürger der Innenstadt-Ost. „Deshalb sehen wir an diesem Standort ideale Voraussetzungen für ein zentrales Stadtlabor. An welchem Platz in der Innenstadt könnten die Bürger den Stadtraum besser mitgestalten?“ 

So gut besucht wie 2018 beim Festival „Elephant’ß Castle“ sollte der Kronenplatz öfter sein, findet „die Anstoß“

Christian – selbst Architekt und Stadtplaner – fordert mehr Mut zum Experimentieren. Er kennt beide Seiten und weiß, dass Planung und Finanzierung oft einen langen Atem erfordern. 

Gestaltungskonzept ist temporär

Noch ist unklar, wie die Stadtverwaltung den Kronenplatz dauerhaft umgestalten wird, ob etwa der Neubau für die Stadtbibliothek kommt. „In jedem Fall dauert es noch ein paar Jahre, bis hier Baumaßnahmen beginnen können. Deshalb ist unser Gestaltungskonzept temporär auf vier bis fünf Jahre ausgelegt“, erzählt Christian. 

Christian Hennig (l.) bei einem Beteiligungsforum zur Zukunft des Kronenplatzes vor zwei Jahren

Sein Verein hat das Konzept zur Neubelebung des Kronenplatzes bisher ehrenamtlich entwickelt und dabei auch viel Netzwerkarbeit betrieben. Die konkrete Umsetzung wird so aber nicht mehr zu bewältigen sein, deshalb sind neben dem Budget für Veranstaltungen und Raumgestaltung zwei Projektstellen einkalkuliert. 

Umsetzung hängt von Finanzierung ab

Nun hängt es davon ab, ob der Gemeinderat zustimmt und das Konzept in den Haushaltsplan 2022 aufnimmt. Parallel sucht der Verein zusätzlich alternative Finanzierungsmittel, um dem „Krone“ endlich wieder Leben einzuhauchen. 

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