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Unterwegs mit Auto, Bus und E-Roller Die Welt der Karlsruher Apps für Mobilität ist in Bewegung – das sind die neuen Möglichkeiten

Auch im ÖPNV hält die Digitalisierung nach und nach Einzug. 2019 hat der Karlsruher Verkehrsverbund immerhin 3,2 Prozent seiner Fahrgeldeinnahmen über digitale Vertriebskanäle erzielt – Tendenz steigend. Fahrgäste in Karlsruhe konnten bisher die Apps KVV.ticket, KVV.mobil und DB Navigator nutzen, um Tickets zu buchen.

KVV.ticket eingestellt

Die App KVV.ticket wurde nun eingestellt. Als Alternative empfehlen die Verkehrsbetriebe eine neue App namens regiomove. Auch die moovel-App KVV.mobil, die 2017 eingeführt wurde, kann weiterhin genutzt werden. Das ist vor allem für die Kunden sinnvoll, die in der Stadt auch gerne mal einen E-Scooter leihen wollen – diese Möglichkeit bietet regiomove nämlich nicht.

Die Leihräder des Karlsruher Verkehrsverbunds kann man per App buchen

„Noch nicht“, so Sarah Fricke, Pressesprecherin des KVV. „Die Integration von E-Scootern war nicht Teil des Förderprojekts.“ Das Land Baden-Württemberg und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) haben regiomove über drei Jahre als Leuchtturmprojekt der TechnologieRegion Karlsruhe mit rund 4,9 Millionen Euro gefördert. „Wir sind jetzt bereits mit weiteren Mobilitätsanbietern im Gespräch und können uns gut vorstellen, regiomove um ein E-Scooter-Angebot zu erweitern“, verrät die KVV-Sprecherin.

KVV hat regiomove mitentwickelt

Das kann der Karlsruher Verkehrsverbund eigenständig entscheiden, denn mit regiomove haben die Verkehrsbetriebe erstmals eine App auf den Markt gebracht, an deren Entwicklung sie selbst beteiligt waren. Sarah Fricke erklärt: „KVV.mobil gibt es seit April 2017. Wir haben sie App damals aufgrund ihres Funktionsumfangs zusätzlich zu KVV.ticket eingeführt.“

Während die eingestellte KVV.ticket-App Fahrpläne und Tickets für Busse und Bahnen enthielt, zeigt KVV.mobil auch an, wo in Karlsruhe E-Roller, Leihwagen und Sammeltaxis stehen. Zum Buchen wird man dann aber zur App des jeweiligen Anbieters, etwa Stadtmobil oder KVV.nextbike weitergeleitet. Das ist bei regiomove anders: Statt mehrerer einzelner Kundenkonten ist hier nur noch eine einzige Registrierung nötig. Die Abrechnung für alle Services läuft über den KVV, dort liegen auch alle Kundendaten. „Das Single-Sign-On-Prinzip ein entscheidender Vorzug“, findet Pressesprecherin Fricke.

Verkehrsmix nach Bedarf

Regiomove zeigt auf einer Live-Karte die Positionen aller verfügbaren Fahrzeuge in Echtzeit an und gibt einen aktuellen Überblick über die Verkehrs- und Baustellenlage. Zudem kann die App intermodale Reiseketten knüpfen, also einen Weg von A nach B aus verschiedenen Verkehrsmitteln zusammenstellen. „Die Nutzer können je nach Situation und Wetter jeden Tag neu entscheiden, welche Verkehrsmitteln sie buchen wollen“, erklärt die Pressesprecherin.

Heute lieber mit dem Auto? Die regiomove-App macht flexible und multimodale Mobilität möglich

Die KVV hat zusammen mit Projektpartnern lange an der Entwicklung von regiomove gearbeitet. Das Projekt umfasst nicht nur die App, sondern auch spezielle Haltestellen in der gesamten Region, die regiomove-Ports. Die sind noch in Planung und sollen künftig alle Mobilitätsangebote von regiomove bündeln. An einigen wird es dann auch Boxen zum Einschließen des Fahrradhelms oder Reparatur-Stationen geben.

Keine Zahlung via PayPal

Aber es gibt auch Nachteile, vor allem im Vergleich zu KVV.mobil: So ist bei regiomove derzeit noch keine Zahlung über PayPal möglich, akzeptiert werden Lastschrift, Kreditkarte oder LogPay. Wer schon Kunde bei KVV.nextbike oder Stadtmobil ist, wird sich ärgern, wenn sein Account nicht auf regiomove übertragen werden kann – es muss ein neuer regiomove-Account eingerichtet werden. In der App gibt es dann eine Buchungsübersicht, Rechnungen werden aber nicht ausgestellt. Diese müssen bei den einzelnen Anbietern angefordert werden. Das ist besonders nervig für Pendler, die ihre Fahrten von der Steuer absetzen wollen!

Zur regiomove-App sollen künftig auch spezielle Ports kommen, an denen sich Bikes, Autos und Bahnen treffen

Alles in allem nehmen sich die verschiedenen Apps nicht viel – wer die unkomplizierte Zahlung über PayPal und eine E-Mail-Abrechnung für jede Buchung bevorzugt, muss vorerst bei KVV.mobil bleiben. Wer es praktisch findet, Fahrrad, Auto, Bus und Bahn über ein und dieselbe App zu buchen und sich gerne übers Smartphone mit KVV-News versorgen möchte, wird wohl zu regiomove greifen.

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