Fotos: Nina Setzler/Karlsruhepuls
Benny kann wieder Menschen beobachten! Der Zoo Karlsruhe ist aus dem Lockdown zurück. Jetzt gelten Maskenpflicht und Voranmeldung
9. März 2021 TEXT: 0

Vier Monate lang musste der Zoo Karlsruhe wegen der Corona-Pandemie schließen. Bei der Wiedereröffnung am Dienstagmorgen bleibt der große Besucheransturm zunächst aus. Kein Wunder, das Wetter ist mit zwei Grad und leichter Bewölkung bescheiden.

Besucher-Ansturm hält sich in Grenzen

„Von November bis Februar ist sowieso immer unsere besucherschwächste Zeit. Deshalb habe ich auch nicht verstanden, warum wir überhaupt schließen mussten“, erklärt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „Andere Städte hatten die Zoos geöffnet. Als die Leute teils in zweiter Reihe auf der Zoobrücke standen, um aufs Gelände zu schauen, habe ich oft gedacht: Es wäre besser, wenn sie reinkämen – hier drin geht es kontrollierter zu!“

Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt zeig einer jungen Besucherin Hyazinth-Ara Henry

Nach der Wiedereröffnung herrscht im Zoo Karlsruhe nämlich überall Maskenpflicht. Rein kommt nur, wer sich über die App oder telefonisch für ein bestimmtes Zeitfenster anmeldet. Am Dienstagmoregn weist Zoo-Pressesprecher Timo Deible die ersten Besucher noch darauf hin, Mund und Nase zu bedecken. „Dafür habe ich vollstes Verständnis“, sagt ein Vater mit Buggy. „Wir haben nach wie vor Respekt vor dem Virus und kommen deshalb nur unter der Woche hierher, wenn nicht so viel los ist.“ Sein Söhnchen freut sich, endlich wieder die Tiere zu sehen. Als Erstes gehts zu den Erdmännchen. „Er stand schon seit einer Stunde in seiner Jacke an der Tür“, lacht der Vater.

Endlich wieder was los bei den Erdmännchen! Die wunderfitzigen Pelztiere sind äußerst beliebt

Eine spezielle Vorbereitung für die Tiere nach der langen Besucher-Entwöhnung gab es im Zoo Karlsruhe nicht, sagt Pressesprecher Timo Deible. „Den Giraffen oder den Pinguinen ist es relativ egal, ob Besucher vorbeilaufen oder nicht. Unser Schimpanse Benny hat allerdings einen sehr starken Bezug auf Menschen. Er wird sich freuen, jetzt wieder mehr Besuch zu bekommen. Aber Vorsicht: Er beobachtet die Menschen genauso gern, wie sie ihn!“

Der 53-jährige Schimpanse Benny ist stark auf Menschen bezogen und beobachtet sie gern durch die Scheibe

Während des Lockdown war es im Zoo Karlsruhe nicht ganz ruhig

Auch Papageien und Seelöwen bemerken als intelligente Tiere, dass wieder mehr Menschen im Zoo sind, sagt Timo Deible. Wirklich ruhig war es in der Zeit der Schließung ohnehin nicht, denn die Mitarbeitenden von Zoo und Stadtgarten haben natürlich nach wie vor zu tun. Und dann ist da noch die große Baustelle der Afrika-Anlage. „Hier werden gerade Löcher für Bäume gegraben. Wir erweitern die Auslaufzone stark und die Besucher kommen bald richtig nah dran. Dann können die Giraffen einen weiten Bogen um ihr Haus laufen. Im Hochsommer ist hoffentlich alles fertig“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt.  

Verdutzte Blicke aus dem Giraffen-Gehege gab es am Eröffnungsmorgen nach viermonatigem Lockdown

Dann soll es auch eine Verbindungsbrücke von den Schneeleoparden am Lauterberg rüber zu den Giraffen geben – so kann man ihnen direkt in die Augen sehen! Momentan recken die braungefleckten Savannen-bewohner ihre langen Hälse noch in die Baumkronen, in denen sie die Rinde von Ästen abknabbern. Und schauen doch ein wenig verdutzt, als plötzlich wieder Menschen ohne Zoo-Outfit um die Ecke biegen.

Eisbär Blizzard scheint die Besucher von seinem Felsen aus zu begrüßen

Der 53-jährige Schimpanse Benny poltert kurz gegen die Scheibe des Affenhauses, als am ersten Morgen nach der Wiedereröffnung mehrere Kameras auf ihn gerichtet sind. Als ob er sagen will: „Jetzt übertreibt mal nicht!“
Auch Elefanten sind sehr intelligent und verstehen, dass wieder mehr Leute im Zoo unterwegs sind, sagt Zoo-Sprecher Timo Deible. „Es interessiert sie aber nicht besonders, ob drei oder dreizehn Leute am Zaun stehen. Sie interessieren sich eigentlich nur für ihr Fressen.“

Karotten aus einem Baumstamm: Elefantendame Nanda hat nur Augen fürs Futter

Elefantendame Nanda mampft ein paar Karotten, die in einen Baumstamm stecken. Außer bei solchen Zufallsknabbereien können die Tiere im Zoo Karlsruhe vorerst nicht beim Fressen beobachtet werden, denn die kommentierten Fütterungen fallen aus, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Natürlich bekommen die vierbeinigen Bewohner trotzdem ihr Futter, allerdings zu anderen Zeiten und ohne Mikrofon. Bis das dann mehrere Menschen bemerken, ist es schon wieder vorbei, hoffen die Verantwortlichen des Zoo Karlsruhe.

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