Rosa Lobejäger im Schlosspark Karlsruhe Fotos: Heike Schwitalla
Junge Karlsruherin gewinnt Lyrik-Wettbewerb Abiturientin Rosa Lobejäger dichtet gegen die Lockdown-Langeweile an
1. August 2021 TEXT: 0

Rosa Lobejäger aus Karlsruhe ist 18 Jahre alt und liebt Lyrik. Was für ihre Altersgenossen eher uncool und ungewöhnlich ist, gehört für sie einfach dazu: „Ich habe schon immer gerne geschrieben. In der Grundschule kleine Geschichten, später dann Gedichte.“

Mehrfache Siegerin beim Bundeswettbewerb Lyrix

Als ihr während des Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr langweilig war, suchte Rosa im Internet nach Projekten, die sie bei ihrem Hobby weiterbringen. Entdeckt hat sie damals im August 2020 den Bundeswettbewerb Lyrix für junge Dichterinnen und Dichter. Jeden Monat gibt es dort ein Thema, zu dem Gedichte verfasst werden können. Gleich im September wurde Rosa Monatssiegerin. Vor einigen Wochen erfuhr sie, dass sie auch zu den Jahresgewinner*innen 2021 zählt. 

Rosa Lobejäger mit dem Lyrix-Band
Rosa Lobejäger mit der Broschüre, in der die Werke der Lyrix-Gewinner*innen 2021 abgedruckt sind

Gewonnen hat die Abiturientin und Scheffelpreisträgerin des Karlsruher St. Dominikus Gymnasiums eine Reise nach Berlin mit Preisverleihung, Schreibwerkstatt und Sprechtraining. Das passt ganz gut in Rosas Lebensplan, denn nach einer kleinen Auszeit möchte sie in Hildesheim „Literarisches Schreiben“ und „Kulturjournalismus“ studieren.

Scheffelpreisträgerin will später auch beruflich schreiben

„In meinem Leben dreht sich schon heute alles um das Schreiben und ich möchte das später gerne auch zum Beruf machen“, erzählt sie. Ohne ihr Notizbuch geht sie nie aus dem Haus, darin schreibt sie ihre Gedanken, Ideen und Inspirationen nieder. Manchmal sind das nur Fragmente, Wortkombinationen, die sie später in ihren Gedichten verwendet. Wenn es schnell gehen muss, tippt sie Ideen auch mal einfach ins Handy. 

Rosas enger Freundeskreis weiß von ihrem ungewöhnlichem Hobby und Berufswunsch, die Familie natürlich auch. Doch im Moment schreibt die Karlsruherin nur für sich selbst. Eines ihrer Ziele ist allerdings, bald einmal an einem Poetry Slam teilzunehmen. In ihren Gedichten verarbeitet sie den Alltag, Kreativität ist ihre Freiheit – auch im Lockdown. „Ich weiß, dass viele Menschen in meinem Alter damit nichts anfangen können, deshalb behalte ich meine Lyrik meist für mich. Außer beim Lyrix-Wettbewerb, da habe ich mir fest vorgenommen, zu jedem Monatsthema etwas einzureichen“, sagt die junge Frau.

Rosa Lobejäger notiert ihre Gedicht-Ideen
Notizbuch immer dabei: Darin notiert Rosa ihre Ideen und Inspirationen für Gedichte

Gewonnen hat sie mit einem Gedicht über ihre Mutter: „mama“ heißt es, das Thema lautete „Wurzeln – mein geteiltes Leben“. Das sei schon ein Schritt gewesen, so viel Persönliches aus ihrem Leben preiszugeben, sagt die 18-Jährige. Aber es hat sich gelohnt, denn Rosa ist mit dem Gedicht nicht nur eine von zwölf deutschen Jahressiegerinnen des Lyrix-Wettbewerbs geworden, sondern hat auch ihre titelgebende Mutter zu Tränen gerührt. Die ist übrigens Übersetzerin, der Vater arbeitet im Marketing und schreibt Werbetexte, somit wurde Rosa die Liebe zur Sprache quasi in die Wiege gelegt.

Jetzt geht es für sie – als Erholung vom Abi-Stress – erst einmal in den Urlaub, danach zur Preisverleihung nach Berlin. Bevor sie in Hildesheim ihr Studium beginnt, will Rosa Lobejäger es noch einige Monate ruhiger angehen lassen. „Viel Schreiben, auf die Uni vorbereiten und vielleicht in einem Café jobben.“ Ganz normale Pläne für ein Mädchen mit solch besonderem Hobby und Berufswunsch.

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